Neue Erkenntnisse MH370 stürzte steil ab

Das Verschwinden des Malaysia-Airlines-Fluges MH370 bleibt mysteriös. Nachdem zuletzt der Eindruck entstanden war, der Pilot könnte das Flugzeug absichtlich möglichst flach aufs Wasser gesteuert haben, weisen jetzt Informationen von Boeing in eine ganz andere Richtung.
Die Zeitung "The Australian" schreibt unter Verweis auf eine Studie des Herstellers der verschwundenen Boeing 777, sie sei innerhalb kürzester Zeit aus einer Höhe von 35.000 Fuß (10.600 Meter) abgestürzt. Zeitweise habe der Höhenverlust 12.000 bis 20.000 Fuß pro Minute betragen.
Neue Satelliten-Daten des australischen Verteidigungsministeriums bestätigten dies dem Zeitungsbericht zufolge. Einige Experten hatten aufgrund des Fundes größerer Wrackteile vermutet, dass die Maschine im Gleitflug langsam auf dem Wasser aufgesetzt habe. Für diese Vermutung sprachen auch Spekulationen darüber, dass der Pilot die Maschine absichtlich abstürzen ließ, weil er die abweichende Route zuhause auf einem Flugsimulator geübt und später gelöscht hatte.
Wellenförmige Bewegung bis zum Aufschlag
Ermittler haben dem "Australian" zufolge inzwischen aber herausgefunden, dass zuerst das linke Triebwerk des zweistrahligen Jets ausging. Das rechte sei noch 15 Minuten weitergelaufen.
Die Maschine sei dann in eine sogenannte Phygoide geraten: Durch den Antriebsverlust senkt sich Nase, das Flugzeug gewinnt so an Geschwindigkeit, wodurch mehr Auftrieb entsteht und sich die Nase wieder hebt. Dadurch sinkt jedoch die Geschwindigkeit erneut und der Auftrieb nimmt wieder ab. Dieser Zyklus kann sich mehrmals wiederholen, wobei jedoch ohne Antrieb unter dem Strich ein Höhenverlust steht.
Der Aufprall müsse "katastrophal" gewesen sein, heißt es unter Verweis auf eine neue Analyse der kurzen Signale, die automatisch zwischen der Maschine und Satelliten ausgetauscht wurden.
Suchgebiet wohl korrekt
Der Chef der australischen Verkehrssicherheitsbehörde, Greg Hood, sagte der Zeitung, damit werde das Szenario gestützt, wonach die Boeing zuletzt nicht mehr unter der Kontrolle der Piloten stand. Die neuen Erkenntnisse sprächen außerdem dafür, dass das Flugzeug in der 120.000 Quadratkilometer großen Zone abgestürzt sei, in der derzeit noch nach dem Wrack gesucht wird. Das Gebiet ist dreimal so groß wie die Schweiz.
Malaysia-Airlines-Flug MH370 war am 8. März 2014 auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking mit 239 Menschen an Bord von den Radarschirmen verschwunden. Später stellte sich heraus, dass die Boeing 777 von ihrer Route abgewichen war. Warum sie das tat und was danach geschah, ist bis heute eines der großen Rätsel der Luftfahrt.
Experten vermuten, dass die Maschine stundenlang weiterflog, bis sie mit leerem Tank in den südlichen Indischen Ozean stürzte. Die Suche blieb aber bis heute erfolglos und soll deshalb eingestellt werden.