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Berlin: Amt erteilt Hunderten Mietern Duschverbot


Akute Gesundheitsgefahr
Amt erteilt Hunderten Mietern Duschverbot

Von t-online, mtt

01.04.2025Lesedauer: 2 Min.
Die High-Deck-Siedlung in Berlin-Neukölln (Archivbild): Viele Mieter haben jetzt Angst.Vergrößern des Bildes
Die High-Deck-Siedlung in Berlin-Neukölln (Archivbild): Viele Mieter sagen, das Schreiben der Howoge habe sie nicht erreicht. (Quelle: Schöning/imago-images-bilder)
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In Berlin dürfen mehrere Hundert Mieter schon seit zwei Wochen nicht duschen – wegen akuter Gesundheitsgefahr. Aber der Vermieter hat nicht richtig informiert.

In der High-Deck-Siedlung in Berlin-Neukölln herrscht Legionellen-Alarm. Die Belastung ist laut dem Vermieter, der städtischen Wohnungsbaugesellschaft Howoge, "punktuell sehr hoch". Daher hat das zuständige Gesundheitsamt ein Duschverbot verhängt. Es gilt für rund 300 Wohnungen in der Leo-Slezak-Straße.

Die Gefahr ist groß: Legionellen sind Bakterien, die sich besonders bei Temperaturen zwischen 25 und 45 Grad wohlfühlen und sich daher oft in Warmwasserleitungen vermehren. In den menschlichen Körper gelangen sie, wenn jemand verkeimte, fein zerstäubte Wassertröpfchen, sogenannte Aerosole, einatmet – etwa unter der Dusche: Dann droht die Legionärskrankheit, eine schwere Form der Lungenentzündung.

In der High-Deck-Siedlung ist die Legionellen-Belastung so enorm, dass seit dem 17. März das Duschen komplett untersagt ist, wie zuerst die "Bild"-Zeitung berichtete. Das Problem: Die Howoge überbrachte die Botschaft zwar mittels eines Schreibens, in dem die Worte "absolutes Duschverbot" fett gedruckt und komplett in Großbuchstaben geschrieben sind – die Howoge verteilte das Schreiben aber nur auf Deutsch. Dabei spricht die überwiegende Mehrzahl der Bewohner Türkisch oder Arabisch.

Howoge entschuldigt sich "bei allen Mietern außerordentlich"

Eigener Auskunft zufolge steckte die Wohnungsbaugesellschaft zudem die Information für die Mieter zwar in alle Briefkästen, die "Bild" zitierte aber Mieter, die sagten, sie hätten von dem Schreiben nichts gewusst. Demnach soll es wohl nur als schwer zu entdeckender Aushang aufgehängt gewesen sein.

Das Unternehmen räumte Fehler ein. "Die Kommunikation mit den Mietern ist leider in diesem Fall nicht gut erfolgt und entspricht auch nicht den Standards der Howoge", teilte die städtische Gesellschaft t-online mit. "Tatsächlich hätte die Information über das Duschverbot in verständlicherer Form, zum Beispiel in einfacher Sprache und unter Bereitstellung weiterer Informationen erfolgen sollen." Dafür, dass dies nicht erfolgt sei, entschuldige sich die Howoge "bei allen betroffenen Mietern außerordentlich".

Wohnungsbaugesellschaft tauscht Duschköpfe aus

Erst am Dienstag schickte die Howoge nun Hausmeister los, die Duschköpfe mit speziellen Legionellenfiltern an die Bewohner verteilten. Diese seien "mit hohem Aufwand schnellstmöglich beschafft" worden, teilte eine Sprecherin t-online mit – zwei Wochen nachdem das Duschverbot verhängt worden war.

Außerdem sei eine Fachfirma beauftragt worden, um die Ursache für die hohe Legionellenbelastung zu finden. Laut Howoge sind möglicherweise über den Wohnungen verbaute Rohrbelüfter schuld. Kurz bis mittelfristig werde nun "eine Instandsetzung der Anlage durch Rückbau der Rohrbelüfter bzw. Strangsanierung erfolgen". Den betroffenen Mietern gewähre die Howoge Mietminderungen nach Art und Umfang der individuellen Einschränkung.

Verwendete Quellen

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