"Umdenken notwendig" SPD-Chef: Wochenendarbeit muss Ausnahme bleiben

In Deutschland arbeiten immer mehr Menschen auch am Wochenende. Der neue SPD-Chef Walter-Borjans hat nun eine Trendumkehr gefordert. Dafür erhält er Zuspruch auch über Parteigrenzen hinweg.
Der neue SPD-Chef Norbert Walter-Borjans hat enge Grenzen für Wochenendarbeit gefordert. "Die Erwartungen der Konsumgesellschaft an die Verfügbarkeit menschlicher Arbeit rund um die Uhr haben ein Ausmaß angenommen, das ein Umdenken dringend notwendig macht", sagte Walter-Borjans der "Süddeutschen Zeitung". "Die Forderung der SPD ist klar: Wochenendarbeit muss strikte Ausnahme bleiben und darf nicht zur Regel werden. Da, wo sie unumgänglich ist, muss sie hoch vergütet werden."
Karl-Josef Laumann, Chef des CDU-Arbeitnehmerflügels, sagte dem Blatt, mit Genehmigungen für Sonntagsarbeit werde wieder restriktiver in Bereichen umgegangen, in denen diese nicht zwingend notwendig sei. "Nur zur besseren Kapazitätsauslastung oder, um zum Beispiel im Onlinehandel Bestellungen schneller zuzustellen, darf der verfassungsrechtliche Sonntagsschutz nicht ausgehebelt werden", sagte Nordrhein-Westfalens Arbeitsminister. Im Gesundheits- und Pflegebereich gebe es hingegen derzeit einen Stellenzuwachs "und damit eine gerechtfertigte Zunahme der Sonntagsarbeit".
Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes wurde zuletzt immer häufiger am Wochenende gearbeitet. Der Anteil der Erwerbstätigen, die samstags arbeiten, habe 2018 bei 24,7 Prozent gelegen. Der Anteil der Sonntagsbeschäftigten habe 12,9 Prozent betragen. Personen, die sonntags arbeiten, arbeiteten auch häufig am Samstag. Fast 20 Prozent der Erwerbstätigen arbeiten laut dem Statistikamt ständig oder regelmäßig an beiden Tagen des Wochenendes. Vor allem Selbstständige seien am Wochenende im Einsatz.
- Nachrichtenagentur dpa