Erstes Jahr ihrer Amtszeit Kramp-Karrenbauer räumt etliche Fehler ein

Die CDU-Chefin zieht Bilanz. Die fällt überraschend selbstkritisch aus. Annegret Kramp-Karrenbauer spricht von vielen Versäumnissen in ihrem ersten Jahr an der Parteispitze.
Die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer hat vor dem CDU-Parteitag in Leipzig etliche Fehler in ihrem ersten Jahr als Parteichefin eingeräumt. "Die Entscheidungen, wann reagieren wir, wie reagieren wir, sind in einer unglaublichen Hektik gefallen, wo jeder der Beteiligten immer zwischen zwei Wahlkampfauftritten gerade mal fünf Minuten Zeit hatte, um miteinander zu telefonieren ", sagte sie in der ARD-Dokumentation "Die Notregierung – ungeliebte Koalition" zur umstrittenen CDU-Reaktion auf das Video des YouTuber Rezo. "Das war grundlegend falsch".
Fehler bei der Umstrukturierung der CDU-Zentrale
Kramp-Karrenbauer, die im Dezember 2018 zur CDU-Chefin gewählt worden war, räumte zudem Fehler bei der Umstrukturierung der CDU-Zentrale nach dem Abgang ihrer Vorgängerin Angela Merkel ein. Es habe sich im Europawahlkampf gezeigt, dass man ein altes und ein neues Team gehabt habe. "Das war ein wirklicher Fehler."
Zugleich äußerte sie Verständnis dafür, dass es in der Partei Kritik an ihrer Person gegeben habe. "Eine Partei, die CDU insbesondere, will natürlich immer eine Vorsitzende, von der sie weiß: Die steht da vorne, auf die kann ich mich verlassen, die macht keine Fehler", sagte die Verteidigungsministerin. Die Partei habe ihre Fehler dann aber wahrgenommen. Das erste Jahr als Parteichefin sei nicht spurlos an ihr vorübergegangen.
- Meinung: Kramp-Karrenbauer wird genau hingesehen haben
- Kramp-Karrenbauer: Union hat "kein gutes Bild abgegeben"
- Aus der eigenen Partei: Kramp-Karrenbauer wehrt sich gegen Kritiker
Auf dem CDU-Parteitag wird auch eine Debatte über die schlechten Umfragewerte der Partei sowie über die Frage erwartet, wann eine Entscheidung fallen soll, wer für die Union als Spitzenkandidat in die nächste Bundestagswahl ziehen soll. Kramp-Karrenbauer plädiert für eine Entscheidung im Dezember 2020.
- Nachrichtenagentur Reuters