Russland und Nordkorea nicht auf der Liste Gegen diese Länder erhebt Trump keine Zölle

Der US-Präsident Trump hatte angekündigt, keine Länder von seinen neuen Strafzöllen verschonen zu wollen. Jetzt zeigt sich, ganz wahr ist das nicht. Einige Länder fehlen auf der Zollliste.
Am gestrigen Mittwoch hat US-Präsident Donald Trump sein neues Zollpaket vorgestellt. Bereits im Vorfeld hatte er angekündigt, kein Land verschonen zu wollen. Entsprechend wenig überraschend waren die angekündigten Mindestzölle von zehn Prozent. Importe aus der EU sollen sogar mit einem Aufschlag von 20 Prozent belegt werden.
Russland von Zöllen ausgenommen
Einige Länder tauchten auf der Zollliste allerdings überhaupt nicht auf. Nordkorea, aber auch Belarus, Kuba und Russland sind von den neuen Maßnahmen ausgenommen. Die Pressesprecherin des Weißen Hauses, Karoline Levitt, erklärte gegenüber dem US-Nachrichtendienst "Axios", Russland stehe nicht auf der Liste, da die bestehenden Sanktionen bereits "jeden sinnvollen Handel ausschließen", so Levitt.
Doch obwohl die USA Sanktionen gegen diese Länder verhängt haben, schließen diese den Handel nicht vollständig aus. Gerade im Fall Russlands zeigt sich, dass die Vereinigten Staaten nach wie vor mehr Handel mit dem Putin-Regime betreiben als etwa mit Brunei oder Mauritius – Länder, die sich hingegen sehr wohl auf der US-Zollliste wiederfinden und mit Zöllen von jeweils 24 beziehungsweise 40 Prozent belegt werden. Zudem liegt Russland in der Handelsbilanz der USA bei Warenimporten immer noch vor der Ukraine. Dort gelten neue Zölle von zehn Prozent.
Handelsvolumen sinkt deutlich
Nach Angaben der US-Handelskammer betrug das bilaterale Handelsvolumen zwischen den Vereinigten Staaten und Russland im Jahr 2024 rund 3,4 Milliarden US-Dollar – im Vergleich zu einem Wert von etwa 1,2 Milliarden Dollar aus der Ukraine. Zwar gingen die US-Exporte nach Russland weiter zurück, sie beliefen sich aber dennoch auf Waren im Wert von etwa 526 Millionen US-Dollar. Die Importe aus Russland lagen bei 3,0 Milliarden US-Dollar – ein Rückgang von 34,2 Prozent (1,6 Milliarden US-Dollar) im Vergleich zu 2023.
Das Handelsdefizit der USA im Warenhandel mit Russland betrug im Jahr 2024 rund 2,5 Milliarden US-Dollar – ein Minus von 37,5 Prozent (1,5 Milliarden US-Dollar) im Vergleich zum Vorjahr. Nach Trumps eigener Logik wäre das eigentlich ein klarer Fall für neue Zölle gewesen – doch in diesem Fall verzichtete er darauf.
- pravda.com.ua: "Южная Корея усиливает безопасность после убийства северовьетнамского перебежчика" (Russisch)
- Mit Material der Nachrichtenagentur dpa