"Prinzip der Reziprozität" Russland weist Diplomaten aus Moldau aus

Moldau hatte Anfang der Woche russische Diplomaten ausgewiesen. Jetzt reagiert Russland mit Gegenmaßnahmen.
Russland hat am Freitag die Ausweisung von drei Diplomaten aus Moldau angeordnet. Das Außenministerium in Moskau teilte mit, die Entscheidung sei nach dem "Prinzip der Reziprozität" erfolgt – Moldau hatte am Montag drei russische Diplomaten des Landes verwiesen. Die Regierung des südosteuropäischen Landes hatte der russischen Botschaft vorgeworfen, einem prorussischen Politiker kurz vor dessen Verurteilung in einem Korruptionsverfahren zur Flucht verholfen zu haben.
Das russische Außenministerium wies die Vorwürfe zurück. "Jeder Versuch, die russische diplomatische Mission zu beschuldigen, sich in interne Angelegenheiten der Republik Moldau einzumischen, entbehrt jeglicher Grundlage", hieß es in der Mitteilung. Aus Protest gegen die jüngsten Ausweisungen habe das Ministerium den moldauischen Botschafter einbestellt.
Beziehungen angespannt
Der moldauische Politiker Alexander Nesterowschi hatte wegen Korruption und der illegalen Finanzierung einer Partei vor Gericht gestanden. Kurz vor seiner Verurteilung war er untergetaucht. Dem moldauischen Geheimdienst zufolge hatte sich Nesterowschi zunächst in die russische Botschaft begeben, bevor er in die von Moldau abtrünnige Region Transnistrien floh.
Die Beziehungen zwischen Moldau und Russland sind seit dem Beginn des russischen Angriffskriegs in der Ukraine vor drei Jahren äußerst angespannt. Beide Länder haben in den vergangenen Jahren dutzende Diplomaten des anderen Staates ausgewiesen. Die Regierung in Chișinău hat Moskau mehrfach vorgeworfen, sich in innere Angelegenheiten des Landes einzumischen und unter anderem Wahlen beeinflussen zu wollen.
- Nachrichtenagentur AFP