76 Militärflugzeuge und 15 Kriegsschiffe China weitet Militärmanöver vor Taiwan aus

China bezeichnet seine Militärübung vor Taiwan als Erfolg. International wird die Übung kritisch gesehen.
China hat sein Militärmanöver vor Taiwan ausgeweitet. Am zweiten Tag seien im Ostchinesischen Meer Präzisionsschläge auf Hafen- und Energieanlagen sowie Blockaden geübt worden, teilte das Militär am Mittwoch mit. Die gewünschten Ergebnisse im Rahmen der Übung "Strait Thunder-2025A" seien erzielt worden, erklärte das Militär ohne konkreter zu werden. China hatte das jüngste Manöver am Dienstag gestartet. Bei der Ankündigung bezeichnete die Volksrepublik Taiwans Präsident Lai Ching Te als Parasit.
Das chinesische Militär veröffentlichte ein Video, das die Schießübungen zeigen soll. Dort sollen Raketenübungen mit scharfer Munition zu sehen sein. Die Flugzeugträger-Einsatzgruppe Shandong habe Angriffe auf Boden- und Seeziele östlich von Taiwan simuliert, teilte das Militär mit. Zu den Übungen habe auch die Koordination von Schiffen und Flugzeugen sowie die Erlangung der Lufthoheit in einem Gebiet gehört.
Übung in taiwanesischer "Reaktionszone"
Ein hochrangiger Vertreter der taiwanischen Sicherheitsbehörden sagte der Nachrichtenagentur Reuters, am Morgen hätten sich mehr als zehn chinesische Kriegsschiffe in Taiwans "Reaktionszone" befunden. Die chinesische Küstenwache sei beteiligt gewesen.
In den vergangenen 24 Stunden seien 76 chinesische Militärflugzeuge und 15 Kriegsschiffe gezählt worden, teilte das taiwanische Verteidigungsministerium mit. Die chinesische Zeitung "Global Times", die vom Zentralorgan der Kommunistischen Partei Chinas herausgegeben wird, berichtete, dass hochmoderne Ausrüstung eingesetzt worden sei.
Internationale Kritik an Manöver
Die USA, Taiwans wichtigster Unterstützer und Waffenlieferant, verurteilten die chinesischen Manöver. "Chinas aggressive militärische Aktivitäten und Rhetorik gegenüber Taiwan verschärfen einmal mehr die Spannungen und gefährden die Sicherheit in der Region", erklärte das US-Außenministerium. Auch Japan und die Europäische Union äußerten sich besorgt. "Die EU hat ein direktes Interesse an der Wahrung des Status Quo in der Taiwanstraße. Wir lehnen alle einseitige Aktionen ab, die den Status Quo mit Gewalt oder Zwang verändern", sagte ein EU-Sprecher.
China hat in den vergangenen Jahren ihren militärischen Druck auf das demokratisch regierte und industriell weit entwickelte Taiwan verstärkt. Auch nach dem Amtsantritt von Präsident Lai hielt China ein groß angelegtes Manöver ab.
Lai weist Pekings Ansprüche auf Taiwan zurück. Das taiwanische Volk könne selbst über seine Zukunft entscheiden. China betrachtet Taiwan als abtrünnige Provinz und strebt eine Wiedervereinigung an. Taiwan wird nur von wenigen, kleinen Ländern als unabhängig anerkannt.
- Nachrichtenagentur Reuters