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Atomkraft in Deutschland: Mehrheit der Deutschen für Rückkehr | Umfrage


Kernenergie in Deutschland
Mehrheit wünscht sich Atomkraft zurück

Von dpa
04.04.2025 - 16:45 UhrLesedauer: 2 Min.
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Stillgelegtes Kernkraftwerk Isar 2: Die Mehrheit der Deutschen wünscht sich eine Rückkehr zur Atomkraft in Deutschland. (Quelle: Wolfgang Maria Weber/dpa)
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Vor bald zwei Jahren wurden die letzten deutschen Atomkraftwerke abgeschaltet. Viele meinen: Das sollte kein Abschied für immer sein.

Mehr als jeder Zweite wünscht sich nach einer aktuellen Umfrage einen Wiedereinstieg in die Atomkraft. Insgesamt 55 Prozent befürworteten das in einer Online-Befragung im Auftrag des Vergleichsportals Verivox. Insgesamt 1.007 Menschen nahmen zwischen dem 27. und dem 31. März an der nach Angaben des Meinungsforschungsinstituts Innofact repräsentativen Umfrage teil. Darin lehnten 36 Prozent eine erneute Nutzung der Atomkraft ab, 9 Prozent zeigten sich unentschieden.

Deutschland war Mitte April 2023 aus der Nutzung von Kernenergie ausgestiegen. Die letzten drei Meiler wurden endgültig abgeschaltet. Davor hatte die Bundesregierung aufgrund der Energiekrise infolge des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine entschieden, die Meiler noch für ein paar Monate länger laufen zu lassen.

CDU will Rückkehr prüfen

Die Union, die mit Friedrich Merz (CDU) wahrscheinlich den nächsten Kanzler stellen dürfte, will laut Wahlprogramm prüfen, ob die zuletzt abgeschalteten Kernkraftwerke wieder in Betrieb gehen könnten.

Für den Wiederbetrieb abgeschalteter AKW und den Neubau weiterer Kraftwerke waren in der Umfrage 32 Prozent der Teilnehmer. 22 Prozent möchten nur die zuletzt stillgelegten Meiler wieder in Betrieb nehmen. Bei Männern ist die Zustimmung zur Kernkraft größer als bei Frauen.

Ursprünglich sollte der Atomausstieg bereits zum 31. Dezember 2022 vollzogen sein. Den schrittweisen Ausstieg hatte 2011 die damalige schwarz-gelbe Bundesregierung unter Kanzlerin Angela Merkel (CDU) nach der Atomkatastrophe im japanischen Fukushima beschlossen.

Einigkeit bei erneuerbaren Energien

Auf überwiegende Zustimmung trifft der Ausbau erneuerbarer Energien. 57 Prozent der Befragten sprachen sich dafür aus, hier auch weiter stark zu investieren. 17 Prozent lehnten das ab.

Thorsten Storck von Verivox erklärte: "Offenbar sind das Festhalten an der Kernenergie und der Ausbau der erneuerbaren Energien für viele kein Widerspruch. Während der Atomausstieg noch stärker polarisiert, herrscht beim Ausbau der erneuerbaren Energien größere Einigkeit."

SPD-Ministerpräsident skeptisch

Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Alexander Schweitzer sagte dem Sender Welt TV, die Umfrage sei das Eine. "Wenn Sie sich dann sehr genau überlegen würden, in einem Szenario, das nicht eintreten wird: 'Wo hätten denn diese Meiler gebaut werden sollen?', da werden Sie sehr schnell merken, dass die Akzeptanz nahe null gehen wird."

Die Diskussion könne man führen, "aber sie wird mit der tatsächlichen Energieversorgung in Deutschland in den nächsten Jahren nach meiner Auffassung nichts zu tun haben werden", sagte der SPD-Politiker. Er nimmt für seine Partei an den Koalitionsverhandlungen mit der Union auf Bundesebene teil.

Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagentur dpa
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