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Zum journalistischen Leitbild von t-online.Bluthochdruck Wenn Bluthochdruck sich nur schwer behandeln lässt
Bluthochdruck ist ein Risikofaktor für Schlaganfall und Herzerkrankungen. Etwa 20 Millionen Menschen in Deutschland leiden unter zu hohem Blutdruck. Lässt sich dieser nur schwer behandeln, können verschiedene Ursachen dahinter stecken. Dann sollte der Arzt auch Nieren und Schilddrüse genauer untersuchen.
Viele Patienten nehmen ihre Medikamente nicht
Liegt der Blutdruck deutlich über 140/90 mmHg (Druckmessung Millimeter-Quecksilbersäule), muss dieser behandelt werden. Doch nicht immer lässt er sich so einfach wieder in den Normalbereich senken. Die Ursachen hierfür sind vielfältig. So kann es zum Beispiel sein, dass der Patient die Medikamente nicht wie vom Arzt verordnet einnimmt. "Rund jeder zweite Patient nimmt sie nicht wie vorgesehen ein", sagte Professor Dr. Ulrich Laufs, Leitender Oberarzt am Universitätsklinikum des Saarlands bei einem internationalen Fortbildungskongress der Bundesapothekerkammer.
Bluthochdruck durch Atemaussetzer
Andere Gründe für Bluthochdruck können weitere Medikamente sein, die als Nebenwirkung den Blutdruck erhöhen. Betroffene sollten daher ihrem Arzt sagen, welche Medikamente sie zusätzlich einnehmen. Gewichtszunahme oder übermäßiger Alkoholkonsum beeinflussen den Blutdruck ebenfalls negativ. Aber auch wiederholte Atemaussetzer während des Schlafens (Schlafapnoe) können den Blutdruck in die Höhe schnellen lassen.
Weitere Auslöser für Bluthochdruck sind Erkrankungen der Schilddrüse oder der Nieren. Bei dem sogenannten Conn-Syndrom bilden die Nebennieren, meist aufgrund von gutartigen Tumoren, zu viele Aldosteron-Hormone. Es treten unter anderem Symptome wie schwer einzustellender Bluthochdruck, Muskelschwäche, Müdigkeit und Kopfschmerzen auf.
Manchmal hilft Strom
Wenn Medikamente den Bluthochdruck nicht senken können, empfehlen Ärzte ihren Patienten die sogenannte Baroreflexstimulation. Hierbei wird ein kleines Gerät, das ähnlich wie ein Herzschrittmacher funktioniert, unter den großen Brustmuskel eingesetzt. Die eingebaute Elektrode gibt Impulse ab und spielt dem Gehirn so höhere Blutdruckwerte vor, als in Wirklichkeit bestehen. Daraufhin bildet der Körper Hormone, die den Blutdruck senken.
"Die Baroreflexstimulation ist für Hochrisikopatienten die richtige Therapie", sagt Professor Dr. Dieter Horstkotte, Direktor des Herz- und Diabeteszentrums der Universitätsklinik Bochum gegenüber der Neuen Apotheken Illustrierten. Risikopatienten seien die Personen, die trotz Kombinationstherapie gefährdet sind, in den nächsten zehn Jahren einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall zu erleiden.
- Die Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung und dürfen daher nicht zur Selbsttherapie verwendet werden.