Harsche Kritik von Verband VW reagiert offenbar mit Zoll-Hinweis auf US-Preisschildern

VW plant, wegen der US-Zölle Gebühren zu erheben. Der VDA übt heftige Kritik an den neuen Handelsbeschränkungen der USA.
Der deutsche Autobauer Volkswagen will laut einem Bericht des "Wall Street Journal" (WSJ) vom Mittwoch (Ortszeit) eine Importgebühr auf von den US-Zöllen betroffene Fahrzeuge einführen. Zudem will VW will in seinen US-Autohäusern den Bericht zufolge die neuen Autozölle auf den Preisschildern ausweisen. Bei Fahrzeugen, die von dem seit heute geltenden 25-Prozent-Zoll betroffen sind, solle am Fahrzeug auf eine mögliche "Importgebühr" hingewiesen werden. Dies teilte VW dem Bericht zufolge seinen Händlern bereits mit. Wie das WSJ schrieb, ist ein entsprechendes Memo bereits am Dienstag an die VW-Händler gegangen.
Darin teilte das Unternehmen auch mit, dass der Bahntransport von Fahrzeugen aus Mexiko in die USA vorübergehend gestoppt worden sei und Autos, die per Schiff aus Europa kämen, im Hafen zurückgehalten würden. Das Unternehmen bezeichnete den Schritt als vorübergehende Anpassung und sagte, es werde mit Logistikunternehmen zusammenarbeiten, um den Fahrzeugtransport zu optimieren, sobald sich die Zollsituation stabilisiert habe. "Wir wollen sehr transparent durch diese Zeit der Unsicherheit navigieren", sagte das Unternehmen in einer Erklärung gegenüber der US-Zeitung.
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Verband: "Protektionismus" wird "nur Verlierer produzieren"
Der Verband der Deutschen Automobilindustrie (VDA) hat die Zoll-Ankündigung von US-Präsident Donald Trump scharf kritisiert. Die umfangreichen neuen US-Zölle gegenüber weiten Teilen der Welt markierten "einen fundamentalen handelspolitischen Einschnitt", erklärte VDA-Präsidentin Hildegard Müller am Donnerstag.
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Müller bezeichnete den Schritt als "Abkehr der USA von der regelbasierten globalen Handelsordnung". Dies sei somit "die Abkehr von der Grundlage für weltweite Wertschöpfung und entsprechendes Wachstum und Wohlstand in vielen Regionen der Welt". "Das ist kein America first, das ist America alone."
Dieser "Protektionismus" werde "nur Verlierer produzieren", fuhr die VDA-Präsidentin fort. Zölle dieser Art reduzierten zudem den Innovationsdruck für US-Unternehmen und schwächten so mittelfristig deren internationale Wettbewerbsfähigkeit.
Die angekündigten Maßnahmen seien überdies "eine massive Belastung und Herausforderung sowohl für die Unternehmen als auch die globalen Lieferketten der Automobilindustrie". Die Folgen der Zölle in Höhe von 25 Prozent, die ab dem 3. April "mindestens auf Pkw, leichte Nutzfahrzeuge und bestimmte Autoteile" erhoben würden, seien noch schwer einzuschätzen. "Klar ist allerdings schon jetzt, dass diese Entwicklung weltweit negative Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum haben wird. Das wird auch Arbeitsplätze betreffen."
Gerade die deutsche Automobilindustrie mit ihren über 2.000 Standorten in den USA, wo rund 138.000 Beschäftigte arbeiteten, seien "das beste Beispiel für eine bereits seit Jahrzehnten in den USA vorhandene und mit den US-Wertschöpfungsnetzwerken tief verwobene Produktion vor Ort".
Der Verband der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK) fordert nach der Ankündigung neuer US-Zölle von der EU, der Welthandelsorganisation WTO und den betroffenen Staaten "klare Signale und Maßnahmen zur Sicherung und Wiederherstellung der liberalen Welthandelsordnung, idealerweise unter Einschluss der USA." Die Unberechenbarkeit von US-Präsident Donald Trump führe weltweit zu Unsicherheit und Vertrauensverlust, teilt der Verband mit. Es sei ein vernichtender Tag für den freien Welthandel. Die Unionsparteien und die SPD müssten sich in den Koalitionsverhandlungen nun auf Reformen zur Stärkung des Wirtschaftsstandorts Deutschland und auf Rahmenbedingungen für die E-Mobilität einigen.
Ford will in den USA Preisnachlässe geben
Der US-Autobauer Ford Motor will am Donnerstag offenbar Preisnachlässe für mehrere Modelle ankündigen. Dies erklärten drei mit der Angelegenheit vertraute Personen gegenüber Reuters. Sie beriefen sich auf den guten Lagerbestand des Unternehmens. Ford wird seine Mitarbeiterpreise – einen ermäßigten Tarif für Ford-Mitarbeiter – allen Kunden anbieten, so die Insider.
Das Programm werde den Namen "From America for America" (zu Deutsch: Von Amerika für Amerika) tragen. Ford selbst lehnte eine Stellungnahme zu dem Thema ab. Der im US-Bundesstaat Michigan ansässige Automobilhersteller stellt 80 Prozent seiner in den USA verkauften Fahrzeuge im Inland her und ist damit besser vor den Zöllen von US-Präsident Donald Trump geschützt als einige seiner Konkurrenten.
Die von US-Präsident Donald Trump angekündigten pauschalen Zölle auf Auto-Importe in Höhe von 25 Prozent sind am Donnerstag in Kraft getreten. Die Aufschläge auf im Ausland hergestellte Autos und leichte Nutzfahrzeuge gelten seit 12.01 Uhr (Ortszeit, 6.01 MESZ). Spätestens am 3. Mai fallen einer Mitteilung des Bundesregisters zufolge auch Autoteile darunter.
- Nachrichtenagenturen Reuters und AFP