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FC Bayern | Thomas Müller wird nach Aus trotzdem wieder wichtig


Thomas Müller nach beschlossenem Bayern-Aus
Jetzt wird er doch noch unverzichtbar


Aktualisiert am 05.04.2025 - 14:05 UhrLesedauer: 4 Min.
Thomas Müller (l.): Der 35-Jährige ist ab sofort auf Abschiedstour beim FC Bayern.Vergrößern des Bildes
Thomas Müller (l.): Der 35-Jährige ist ab sofort auf Abschiedstour beim FC Bayern. (Quelle: IMAGO/Lucca Fundel)
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Thomas Müller hat Klarheit geschaffen und sein Aus beim FC Bayern bestätigt. Der 35-Jährige wird jetzt trotzdem wieder wichtig und ist auf einer letzten großen Mission.

Aus Augsburg berichtet Julian Buhl

Am Freitagabend trotzte Thomas Müller den Berichten um sein beschlossenes Aus beim FC Bayern noch. Demonstrativ gut gelaunt und grinsend schlenderte er nach dem 3:1-Sieg mit dem Rekordmeister in Augsburg durch die Katakomben der Arena. Dabei blickte er zu den in der Mixed Zone wartenden Reportern rüber und sagte. "Fragen? Einige! Ihr wisst doch schon immer alles, ohne zu fragen!" Mit einem Augenzwinkern fügte er noch hinzu: "Das war ein wichtiger Sieg, und ansonsten bleiben wir schön locker." Mehr sagte er nicht und verschwand damit Richtung Mannschaftsbus in die Nacht.

Am Morgen danach schuf Müller dann aber doch Tatsachen. In einem emotionalen und an die Fans gerichteten Brief, den er über seine Kanäle in den sozialen Netzwerken verbreitete (mehr dazu lesen Sie hier), bestätigte er das, was sich in den vergangenen Tagen bereits immer mehr abgezeichnet hatte: Der 35 Jahre alte Weltmeister von 2014, der 2000 in die Jugendteams des Rekordmeisters wechselte, wird nach 17 Profijahren in München keinen neuen Vertrag mehr bei den Bayern erhalten.

Das ist Müllers allerletzte Mission mit Bayern

Nachdem zuletzt viel über seine Person spekuliert worden sei, "möchte ich mit diesem Brief an euch die Gelegenheit nutzen, für Klarheit zu sorgen", schrieb er: "Auch nach all den Jahren habe ich, ungeachtet meiner Spielminuten, immer noch sehr viel Spaß, mit den Jungs zusammen auf dem Platz zu stehen und gemeinsam für unsere Farben um Titel zu kämpfen. Diese Rolle hätte ich mir auch im nächsten Jahr gut vorstellen können." Aber, so Müller weiter: "Der Verein hat sich jedoch bewusst dafür entschieden, mit mir keinen neuen Vertrag für die nächste Saison zu verhandeln."

Müller betonte, dass "dies nicht meinen persönlichen Wünschen entsprach". Genauso, dass ihm "das Hin und Her in der Öffentlichkeit während der vergangenen Wochen und Monate verständlicherweise nicht gefallen" habe. Ähnlich wie in einem Fußballspiel gelte es aber, "nach einem Fehlpass den Ball mit mannschaftlicher Geschlossenheit zurückzuerobern. Das haben wir in den vergangenen Tagen in vertrauensvollen Gesprächen auch in dieser Sache geschafft."

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Nach beschlossenem Aus: Jetzt wird Müller plötzlich wieder wichtig

Müller richtete damit den Blick bewusst nach vorne. In den kommenden Saisonwochen wird er schließlich ab sofort wieder eine absolute Schlüsselrolle einnehmen. Weil sich Jamal Musiala in Augsburg nach seinem wichtigen Ausgleichstreffer zum zwischenzeitlichen 1:1 am linken Oberschenkel verletzte und deshalb ausgewechselt werden musste, rückt Müller nun zwangsläufig wieder deutlich mehr in den Fokus.

Der Routinier, der zuletzt nur noch eine Nebenrolle bei Cheftrainer Vincent Kompany spielte, wird deshalb nämlich plötzlich doch wieder wichtig. Mehr noch: Als Ersatzmann für seinen knapp 13 Jahre jüngeren Teamkollegen wird er sogar dringend gebraucht.

Spiele

Schon in Augsburg wurde Müller für den von zwei Betreuern gestützten und vom Feld geführten Musiala in der 54. Spielminute eingewechselt. Der verließ das Stadion zwar ohne Krücken, zog sein linkes Bein dabei allerdings auffällig hinter sich her. Einen Einsatz im so wichtigen Viertelfinalhinspiel am Dienstag (21 Uhr im Liveticker bei t-online) gegen Inter Mailand schloss Sportvorstand Max Eberl sofort aus. Bei Musiala war schließlich direkt ein Muskelbündelriss und damit eine wochenlange Zwangspause zu befürchten. Die Gewissheit in Form exakt dieser vom Klub kommunizierten bitteren Diagnose folgte am Samstagmittag (mehr dazu lesen Sie hier).

Kimmich über Müller: "Da lernt man, sich zu lieben"

Die erste Option dürfte vor allem gegen die routinierten Italiener Müller mit seiner großen Erfahrung in wichtigen Partien auf internationaler Bühne sein. Mit immerhin zehn Scorerpunkten und jeweils fünf Toren und Vorlagen in 36 Pflichtspieleinsätzen hat das Klub-Urgestein auch in dieser Saison bereits bewiesen, dass er nach wie vor noch einen sportlichen Wert für die Münchner hat.

Torjäger Harry Kane würdigte Müller als "Vorbild" und prophezeite, Müller werde "von jetzt an eine wichtige Rolle spielen" bis zum Saisonende. Auch Joshua Kimmich hat nach wie vor großes Vertrauen in die Fähigkeiten seines am Saisonende scheidenden Teamkollegen.

Müller kämpft um seinen letzten großen Traum

"Wir haben ja noch ein paar Wochen in dieser Saison. Jetzt ist Jamal verletzt, und Thomas hat noch was im Köcher", sagte Kimmich angesprochen auf seinen langjährigen Wegbegleiter beim FC Bayern und in der Nationalmannschaft. "Ich spiele jetzt zehn Jahre mit Thomas zusammen, da lernt man, sich zu lieben. Er ist natürlich ein Vorbild. Er ist Bayern pur."

Dementsprechend schmerzhaft dürfte auch für ihn der Abschied am Saisonende werden. Eine letzte gemeinsame Mission haben Kimmich und die Bayern aber zuvor noch mit Müller. Darin geht es ab sofort nun auch um ein großes Happy End einer ganz großen Karriere.

"Es wäre ein Traum für mich, die Meisterschale wieder nach Hause zu holen und Ende Mai das ersehnte Finale Dahoam zu erreichen", schrieb Müller, der auch noch mit den Bayern zur Klub-WM in die USA reisen wird, in seinem Post bei Instagram weiter. "Dafür werde ich alles geben!"

Verwendete Quellen
  • Reporter vor Ort in Augsburg
  • Mixed-Zone-Gespräche mit Joshua Kimmich, Max Eberl, Harry Kane und Thomas Müller

Quellen anzeigenSymbolbild nach unten

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