Tor zur Welt feiert Geburtstag Nürnberger Flughafen wird 70

Vor 70 Jahren landete das erste Passagierflugzeug in Nürnberg. Heute starten von dort jährlich Millionen Menschen. Ein Überblick über die wichtigsten Meilensteine.
Das, was früher ein Start- und Landeplatz umgeben von den Feldern des Knoblauchslands war, ist heute Frankens Tor zur Welt. Der Nürnberger Flughafen wird am Sonntag 70 Jahre alt. Am 6. April 1955 landete die erste Linienmaschine auf dem Gelände des heutigen Albrecht-Dürer-Airports. Es folgte eine bewegte Geschichte, gezeichnet von Erfolgen wie Krisen.
Um 10.20 Uhr setzte an jenem 6. April eine Convair 340 der Lufthansa auf. An Bord befand sich Bundesverkehrsminister Hans-Christoph Seebohm (CDU). Der Airport im Knoblauchsland war der erste Passagierflughafenneubau in Deutschland nach dem Krieg. Die Stadt Nürnberg und der Freistaat Bayern bauten den Flughafen damals gemeinsam in nur fünf Jahren. Minister Seebohm bezeichnete den Neubau in sachlich-funktioneller 50er-Jahre-Architektur als "schönes und erhebendes Symbol für den Aufbauwillen eines Volkes, das aus einem gigantischen Trümmerhaufen sich wieder ein lebenswertes Leben geschaffen hat."
Die ersten Airlines sind noch immer da
Die ersten Airlines nahmen die Verbindungen nach Nürnberg direkt auf: Neben der Lufthansa landeten Air France und KLM fortan in der Noris. Geblieben sind sie bis heute: Alle drei verbinden Franken mit ihren Drehkreuzen in Frankfurt, Paris und Amsterdam.

Der Flughafen Nürnberg
Während in den 1950er Jahren dort rund 330 Leute arbeiteten, sind es heute rund 4.000. Ab Nürnberg werden überwiegend Flüge zu Urlaubszielen im Mittelmeerraum sowie zu europäischen Metropolen angeboten.
In den 1960er Jahren begann der Flughafen zu wachsen. 1960 überschritt die Zahl der Passagiere erstmals die 100.000er-Marke. Mit dem Start des Tourismusbooms 1963 hoben die ersten Flüge Richtung Mallorca und Adria ab. Um den Einsatz größerer Maschinen wie die düsenbetriebene Boeing 727 von PanAm, die Nürnberg mit Berlin verband, zu ermöglichen, wurde 1965 die Startbahn auf die heutige Länge von 2.700 Meter verlängert.
In den 70ern kommt der Jumbojet
1971 ging ein eigenes Frachtterminal in Betrieb, das heutige Cargo Center 1. Im selben Jahr hob erstmals ein Jumbojet vom Typ Boeing 747 in Nürnberg ab. 1975 gründete der Unternehmer Hans-Rudolf Wöhrl den Nürnberger Flugdienst (NFD), der später in Eurowings aufging. Den Namen Eurowings hat sich übrigens auch ein Franke ausgedacht.
In den 1980er Jahren bekam der Flughafen ein neues Passagierterminal. Das Gebäude mit Restaurant und Besucherterrasse eröffnete 1981. Fünf Jahre später knackte der Airport erstmals die Marke von einer Million Passagieren pro Jahr.
Die "Finger" vom Vorfeld kommen
1992 wurde die erste Fluggastbrücke eingeweiht. Am Flughafen werden die Brücken, die ein schnelleres Aus- und Einsteigen ermöglichen auch "Finger" genannt. 1993 stand dann mit Salvador de Bahia in Brasilien eine Fernstrecke im Flugplan.
Die Verbindung nach Südamerika gibt es heute längst nicht mehr, dafür folgte kurz vor der Jahrtausendwende ein anderer bedeutender Schritt in der Flughafengeschichte. Seit 1999 verbindet nämlich die U-Bahn-Linie U2 den Flughafen mit dem Hauptbahnhof und der Innenstadt.
Nürnberg wird zum Luftfahrdrehkreuz
In den 2000ern wurde Nürnberg zu einem Drehkreuz für Air Berlin. Großer Andrang herrschte zudem 2006: Während der Fußball-Weltmeisterschaft wurden über 15.000 zusätzliche Fluggäste und 350 Sonderflüge koordiniert. Nürnberg war damals Austragungsort.
Das darauffolgende Jahrzehnt begann für den Airport turbulent. Air Berlin stellte im Winter 2012/2013 das Drehkreuz ein, einige Jahre später verschwand die in Schieflage geratene Airline sogar komplett vom Himmel.
Der Flughafen brauchte also neue Kunden. 2014 bekam er erst einmal einen neuen Namen: Albrecht-Dürer-Airport. So heißt er übrigens bis heute offiziell. Nach dem Air-Berlin-Aus ging es schnell wieder aufwärts. 2018 wurde ein Rekord erreicht: Damals fertigte der Flughafen 4,467 Millionen Passagiere ab.
Jubiläum wird mit großem Fest gefeiert
Ein neuerlicher Einbruch folgte mit der Coronapandemie. 2020 kam der Reiseverkehr quasi vollständig zum Erliegen, der Flughafen wurde zur Geisterstadt. Danach kam der Luftverkehr nur zögerlich wieder in Schwung.
2024 zählte der Flughafen erstmals wieder mehr als vier Millionen Passagiere. Der Rekord von 2018 bleibt aber bislang unerreicht.
Sein 70-jähriges Bestehen will der Flughafen nun mit dem Flughafenfest am 25. Mai feiern. Besucher erwarte ein Programm mit Rundflügen, Vorführungen und Aktionsflächen für Kinder, heißt es in einer Mitteilung. Auch Rundfahrten über das Vorfeld werden angeboten.
- Pressemitteilung des Nürnberger Flughafens vom 4. April 2025