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Zum journalistischen Leitbild von t-online.Rot-Weiss Essen setzt auf seine Fans Derby beim BVB: "Das wird ein gefühltes Heimspiel"
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Derbyzeit im Westen: Beim BVB II setzt Rot-Weiss Essen am Samstag auf die Unterstützung der Fans – und auf einen Torwart in Glanzform.
Auch wenn die Abstiegsgefahr noch lange nicht gebannt ist, ist rund um Rot-Weiss Essen derzeit eine gewisse Euphorie unverkennbar. 13 Punkte aus den letzten fünf Spielen haben die Stimmung in der Mannschaft und vor allem bei den Fans spürbar steigen lassen. Die Anhänger haben wieder richtig Lust auf RWE – erst recht, wenn ein Derby ansteht.
Knapp 4.000 Rot-Weisse werden das Team an diesem Samstag (Anstoß 14 Uhr) nach Dortmund begleiten, wo die zweite Mannschaft von Borussia Dortmund wartet. Hätte es ein größeres Kontingent gegeben, wäre die Anzahl sicher doppelt so hoch. Aber auch so setzt Uwe Koschinat beim Auswärtsspiel im Stadion Rote Erde voll auf die Unterstützung von den Rängen: "Das wird ein gefühltes Heimspiel sein, wir bauen komplett auf den Rückhalt unserer Zuschauer."
RWE will Partie zum "Heimspiel" machen
Entsprechend soll RWE das Derby gegen die Schwarz-Gelben nach der Vorstellung des Trainers auch auf dem Platz zu einem Heimspiel machen. Das bedeute aber nicht, "naiv und sorglos nur nach vorne zu spielen, sondern die Dinge aus letzten beiden Spielen mitzunehmen". Kampfbereitschaft will Koschinat auch gegen den BVB sehen, "eine widerstandsfähige Art, unser Tor zu verteidigen." Zum anderen brauche es gute Ballbesitzmomente, um dann im richtigen Moment zuzuschlagen.
Den Gegner schätzt der Trainer ein als "sehr gefährliche Mannschaft, die wieder Ergebnisse abliefert". Mit aktuell 33 Punkten rangiert die Elf von Jan Zimmermann in der Tabelle auch nur drei Punkte vor RWE. Dass man sich gegen die Essener mit Abstellungen aus dem Profilager verstärken könnte, wie es bei Zweitvertretungen immer mal möglich ist, befürchtet Koschinat eher nicht: "Es war eine enorme Personalkontinuität vorhanden in den letzten Wochen. Ich glaube, es wird nicht allzu viele Überraschungen geben."
Bei aller Euphorie der letzten Wochen warnt Uwe Koschinat mit Blick auf den ganz engen Abstiegskampf zugleich einen realistischen Blick auf die Situation an: "Wir könnten einen sehr ehrenwerten Punkt aus Dortmund mitnehmen und trotzdem unter den Strich fallen." Es könne auch mal einen schlechten Tag geben, auch Rückschläge müsse man akzeptieren und "nicht sofort wieder alles in Frage stellen". Immer vorausgesetzt, die Einstellung stimmt. Das Trainerteam sei entsprechend wachsam, dass die Mannschaft in Sachen Disziplin und Arbeitseinstellung keinen Millimeter nachlasse.
Koschinat: "Die Gruppe ist sehr hungrig"
Aktuell gebe es dafür aber auch keinerlei Hinweise, meint Koschinat: "Die Gruppe ist sehr hungrig. Im Training habe ich überhaupt nicht das Gefühl, dass es die Jungs in irgendeiner Form schleifen lassen, sie arbeiten nicht leichtsinniger oder weniger fokussiert." Vielleicht kommt es am Ende im Derby ja auch wieder auf den Mann zwischen den Pfosten an. Jakob Golz präsentierte sich zuletzt in ganz starker Form.
Auch sein Coach findet nur lobende Worte und attestiert seiner Nummer eins ein hervorragendes Reaktionsvermögen, eine sehr sachliche und gute Ausstrahlung und höchste Konzentration: "Er ist ein sehr fokussierter Torwart, der in der Lage ist, Spiele für sein Team zu retten." Zugutekommt dem 26-Jährigen dabei auch die aktuelle Spielstrategie, meint Uwe Koschinat: "Aus klaren Ideen heraus zu agieren und das Risiko im Spielaufbau etwas zu minimieren, kommt Jakob extrem entgegen." So könne sich der Torhüter sehr stark auf die Arbeit mit den Händen fokussieren – "und da hat er herausragende Fähigkeiten."
- Mediengespräch mit Uwe Koschinat