Einzelne Städte im Überblick Nirgends ist Anwohnerparken so teuer wie in NRW
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Wer in Köln, Bonn oder Münster sein Auto als Anwohner abstellen will, muss tief in die Tasche greifen. In anderen Städten Deutschlands parkt es sich wesentlich günstiger.
In Nordrhein-Westfalen zahlen Autofahrer für einen Anwohnerparkausweis oft deutlich mehr als in anderen Teilen Deutschlands. Das zeigt eine Auswertung der Deutschen Umwelthilfe (DUH). Während in vielen Städten bundesweit die Gebühren noch unter 50 Euro pro Jahr liegen, verlangen einige NRW-Kommunen bereits mehrere Hundert Euro. Besonders in Städten wie Bonn, Münster und Köln wurden die Kosten zuletzt stark angehoben – Tendenz weiter steigend.
So kostet in Köln seit dem 1. Oktober 2024 der Bewohnerparkausweis 100 Euro pro Jahr. Ab dem 1. März 2025 wird die Gebühr zudem nach Fahrzeuglänge gestaffelt: Fahrzeuge bis 4,109 Meter zahlen weiterhin 100 Euro, Fahrzeuge zwischen 4,11 und 4,709 Metern 110 Euro, und Fahrzeuge über 4,71 Meter 120 Euro jährlich. Fahrzeuge, die länger als 5,6 Meter sind, erhalten keinen Bewohnerparkausweis mehr.
Bundesweiter Spitzenreiter ist mit Bonn ebenfalls eine Stadt in NRW. Dort kostet das Anwohnerparken 360 Euro im Jahr. In Münster ist es mit 260 Euro am drittteuersten, und auch Remscheid (180 Euro), Gütersloh (153 Euro) und Mülheim an der Ruhr (150 Euro) muss der Autofahrer verhältnismäßig tief in die Tasche greifen. Zum Vergleich: In München kostet ein Anwohnerparkausweis für ein ganzes Jahr nur 30 Euro.
So ist die Regelung in anderen NRW-Städten
In Düsseldorf parkt es sich zu moderaten Preisen: Dort beträgt die Gebühr für einen Anwohnerparkausweis nur 25 Euro pro Jahr bei Online-Beantragung und 30 Euro bei persönlicher Vorsprache. In Essen wurde beschlossen, die Gebühren für Anwohnerparkausweise ab dem Jahr 2025 von bisher 30 Euro auf 70 Euro jährlich zu erhöhen.
Auch der Stadtrat von Aachen will die Gebühren für Anwohnerparkausweise erhöhen. Die neue Gebühr bemisst sich nach der Größe des Fahrzeugs: Pro Quadratmeter Fahrzeugfläche werden 30 Euro fällig, zuzüglich einer Verwaltungsgebühr von 15 Euro. Ein genauer Termin für das Inkrafttreten dieser Regelung steht noch aus, wird jedoch für die erste Jahreshälfte 2025 erwartet.
Umwelthilfe fordert Erhöhung der Gebühren
Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) kritisiert indes die in vielen Städten weiterhin niedrigen Gebühren und fordert eine Anhebung auf mindestens 360 Euro pro Jahr. Sie argumentiert, dass der öffentliche Raum in Städten immer knapper wird und höhere Parkgebühren Anreize schaffen könnten, auf alternative Verkehrsmittel umzusteigen.
Für ihre Analyse hat die DUH insgesamt 107 Städte in ganz Deutschland untersucht.
- Mit Material der Nachrichtenagentur dpa