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Zum journalistischen Leitbild von t-online.Jetzt kommt's eiskalt von oben Das Hoch verabschiedet sich – die Arktiskälte naht
Mit frühlingshaften 20 Grad verwöhnt "Noemi" Deutschland. Doch das Hoch verabschiedet sich. Was bleibt, ist ein offenes Tor für eisige Polarluft.
Deutschland steht vor einem Temperatursturz der Extraklasse – und der kommt schneller, als vielen lieb ist. Während am Freitag noch frühlingshafte 20 Grad locken, bringt das Wochenende den drastischen Absturz.
Hochdruckgebiet "Noemi" hat uns zuletzt Sonne satt beschert – doch das freundliche Hoch über Mitteleuropa zieht sich langsam zurück. Und was es hinterlässt, ist ein meteorologisches Vakuum, das eiskalte Polarluft direkt nach Deutschland lenkt. Mit erheblichen Folgen: Innerhalb von nur 24 bis 36 Stunden fallen die Temperaturen regional um bis zu zwanzig Grad.
Wetter in Deutschland: arktische Luft aus dem hohen Norden
Am Freitag herrscht noch T-Shirt-Wetter mit frühsommerlichen Höchstwerten – doch schon am Sonntagmorgen droht im Osten der Republik sogar Frost. Die Prognose spricht von bis zu minus sieben Grad in den Frühstunden. Und das ist noch nicht alles: In der Nacht zum Montag können die Tiefstwerte nahezu flächendeckend zwischen null und minus acht Grad liegen. Wer glaubt, das sei nur ein kurzer Ausrutscher, irrt. Es bleibt mindestens eine Woche lang trocken und kühl.
Aber nicht nur gefühlt, auch meteorologisch ist diese Kaltfront bemerkenswert. Denn es handelt sich nicht einfach nur um ein bisschen kühlere Luft – es ist ein regelrechter arktischer Luftvorstoß. Mit Eintreffen der Kaltfront und besonders auf ihrer Rückseite strömt in der Osthälfte Deutschlands arktische Kaltluft ein, die ihren Ursprung direkt am Nordpol hat. Eine kältere Quellregion findet sich zu dieser Jahreszeit nicht.
Wie ausgeprägt der Kaltluftvorstoß ist, zeigt sich deutlich in der Höhe: Die Temperaturen in rund 1.500 Metern Höhe (850 hPa) fallen rapide – ein sicheres Zeichen dafür, dass die kalte Luft flächendeckend ankommt.
Wettervorhersage für Deutschland – der April macht Ernst
Solch ein abrupter Wetterumschwung ist im April nichts Ungewöhnliches. Der Monat gilt traditionell als besonders launisch – und stellt diese Eigenschaft in diesem Jahr eindrucksvoll unter Beweis. Wer sich also schon auf ein laues Frühlingswochenende eingestellt hatte: besser noch einmal den dicken Mantel herausholen. Der April macht Ernst – und das ganz ohne Scherz.
Während viele einfach nur fröstelnd zur dicken Jacke greifen müssen, kann der abrupte Wetterumschwung für die Natur ernsthafte Konsequenzen haben. Die empfindlichen Blüten von Obstbäumen, zarte Frühblüher und frisches Grün in Gärten und auf Feldern sind durch die Kälte stark gefährdet.
- wetter.com: "Wetter heute – Deutschlandwetter im Überblick"
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