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Tornados, Hagel und Überschwemmungen – Stürme bedrohen USA


USA vor möglichen Sturzfluten
Gewaltige Superzellen bedrohen Millionen


Aktualisiert am 03.04.2025 - 10:10 UhrLesedauer: 3 Min.
Blitze zucken über Arizona (Symbolbild): In den USA brauen sich potenziell lebensbedrohliche Stürme zusammen.Vergrößern des Bildes
Blitze über Arizona (Symbolbild): In den USA brauen sich potenziell lebensbedrohliche Stürme zusammen. (Quelle: imago-images-bilder)
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Gewaltige Stürme brauen sich in den USA zusammen. Wetterexperten warnen vor Tornados, Hagel und Überschwemmungen von historischem Ausmaß.

Ein Extremwetterereignis bedroht ab kommendem Dienstag Millionen Menschen in den zentralen und östlichen Landesteilen der USA. Ein sich rasant entwickelndes Sturmsystem könnte zu einer Unwetterlage führen, die Meteorologen als "lebensbedrohlich" einstufen – mit der Gefahr sintflutartiger Regenfälle und Überschwemmungen.

Einige Stürme könnten äußerst heftig ausfallen – mit Tornados der Stufe EF2 oder höher, Hagelkörnern in Golfballgröße und Sturmböen, die Dächer abdecken können.

Zunächst ziehen sich laut Prognose über Kansas, Oklahoma und Texas Gewitter zusammen. In der kühleren Luft im Norden führt das Sturmsystem gleichzeitig zu Schnee in North Dakota, South Dakota und Minnesota. Doch während der Norden weiß wird, beginnt sich im Süden eine gefährlich dynamische Wetterlage zu entfalten: Erste Superzellen könnten am Dienstagabend rasch an Stärke gewinnen.

Eine Superzelle ist eine besonders langlebige Gewitterwolke, die häufig von großem Hagel und sintflutartigen Regenfällen begleitet wird. Gewöhnliche Gewitterzellen werden zu Superzellen, wenn gewisse Voraussetzungen erfüllt sind. So ist insbesondere eine hinreichend starke Windzunahme und Winddrehung mit der Höhe (vertikale Windscherung) erforderlich. Charakteristisch für eine Superzelle ist ein rotierender Wirbel im Innern der Wolke.

Bereits in der Nacht zum Mittwoch könnten sich die Gewitter nach Osten ausbreiten und den Mittleren Westen erreichen – mit zunehmender Intensität, warnt das Storm Prediction Center (SPC). In Städten wie Wichita, Springfield und später auch in St. Louis werden Stürme erwartet, die große Hagelkörner, zerstörerische Windböen und möglicherweise starke Tornados mitbringen.

Video | Wird Deutschland zum Tornadoland?
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Gewitter mit "explosiver Entwicklung"

Am Mittwochmorgen erreichen die Gewitter voraussichtlich eine neue Phase. In Missouri und Kansas halten sich einige Zellen aus der Nacht und werden durch die Tageswärme weiter angefacht. Zur gleichen Zeit bilden sich entlang des Mississippi-Tals neue Gewitter, die laut Prognosen eine "explosive Entwicklung" nehmen könnten.

Im Laufe des Tages dehnt sich die Unwetterzone anschließend deutlich aus. Von Louisiana bis Michigan könnte bis zum Abend ein Korridor von über 1.500 Kilometern von schweren Stürmen betroffen sein. Millionen Menschen sind dann im direkten Gefahrenbereich, auch in Ballungsräumen wie Dallas, Chicago und Indianapolis.

Viele der gefährlichsten Tornados könnten sich in den Nachtstunden bilden – wenn die Menschen schlafen und Warnungen nicht sofort zur Kenntnis nehmen. "Tornados in der Nacht sind fast doppelt so tödlich wie tagsüber", ergab eine Studie von 2022. In einem breiten Streifen von Arkansas über Indiana bis nach Ohio besteht laut SPC das Risiko starker, langlebiger Tornados, einige davon sogar in der höchsten Gefahrenkategorie.

Zur Tornadogefahr kommt noch eine zweite Bedrohung: der Regen. Ungewöhnlich starke Niederschläge könnten bis zum Wochenende auf die Mississippi- und Ohio-Täler niedergehen – und das in einer Menge, wie sie sonst in einem ganzen Frühling üblich ist.

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"Die Regenmenge eines ganzen Frühlings"

Auslöser ist eine sogenannte Blockadelage in der Atmosphäre: Eine stationäre Wetterfront zapft kontinuierlich feuchte Luft aus dem Golf von Mexiko an und schleust sie ins Landesinnere der USA. Der Effekt: tagelanger Dauerregen auf gesättigten Böden.

"Die Regenmenge eines ganzen Frühlings könnte diese Woche fallen" heißt es vom Nationalen Wetterdienst. Dies könnte zu Überschwemmungen führen, die nur einmal in einer Generation auftreten. Der Wetterdienst spricht daher von einer Jahrhundertflut. Besonders gefährdet sind demnach Arkansas, Missouri, Tennessee und Mississippi – Regionen, die ohnehin regelmäßig mit Hochwasser zu kämpfen haben.

Nachdem die Regenfälle bereits am Mittwoch eingesetzt haben, steigt die Überschwemmungsgefahr mit jedem weiteren Tag. Der Boden wird zunehmend durchnässt, bis er kein Wasser mehr aufnehmen kann. Jeder weitere Niederschlag kann gefährliche Sturzfluten auslösen.

Warnung vor Jahrhundertflut

Bis Samstag könnten im Korridor, in dem Arkansas, Missouri, Illinois, Kentucky und Tennessee liegen, mehr als 38 Zentimeter Regen pro Quadratmeter fallen. "Wenn wir auch nur annähernd diese Mengen erreichen, ist ein historisches Sturzflutereignis wahrscheinlich", warnte der Nationale Wetterdienst in Paducah, Kentucky.

Die Regenfälle könnten zu katastrophalen Überflutungen führen. Laut dem Weather Prediction Center (WPC) gilt für Mittwoch, Freitag und Samstag in Teilen der Mississippi- und Ohio-Täler ein Hochwasserrisiko der Stufe 3 von 4.

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Hochwasserrisiko der Stufe 4 von 4

Besonders der Donnerstag gilt als äußerst gefährlich. Dann herrscht vom äußersten Nordosten von Arkansas bis in den äußersten Westen von Kentucky ein seltenes Hochwasserrisiko der Stufe 4 von 4. Nur an knapp vier Prozent der Tage pro Jahr wird in den USA ein Hochwasser dieser höchsten Warnstufe ausgerufen – doch genau diese sind laut WPC für 80 Prozent aller Hochwasserschäden und 36 Prozent aller Todesfälle durch Überschwemmungen verantwortlich. "Dies ist eine zunehmend bedeutsame Situation mit dem Potenzial für schwere Auswirkungen und lebensbedrohliche Sturzfluten über mehrere Tage", warnte das Zentrum.

Die Regionen von Arkansas bis Ohio könnten besonders schwer von der Extremwetterlage getroffen werden – mit einer Kombination aus starken und langlebigen Tornados, baseballgroßen Hagelkörnern und gefährlichen Nachtstürmen.

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