Nach Messerattacke Seehofer: "Damit können wir uns doch nicht abfinden"

Der mutmaßliche Attentäter von Würzburg soll drei Frauen erstochen haben. Bundesinnenminister Horst Seehofer kritisiert mit Blick auf die Biografie des Täters vor allem Verfehlungen der Politik.
Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) sieht den Attentäter von Würzburg als Beispiel gescheiterter Integration eines Flüchtlings in Deutschland. "Wenn ein junger Mann sechs Jahre in einem Obdachlosenheim lebt, ohne dass jemand hinschaut und sich kümmert, dann kann ich mit unserer Politik nicht zufrieden sein, da fehlt es am Bewusstsein", sagte Seehofer der "Augsburger Allgemeinen" von Mittwoch.
Der aus Somalia 2015 nach Deutschland gekommene mutmaßliche Attentäter soll Freitag in Würzburg drei Frauen erstochen und sieben weitere Menschen teils lebensgefährlich verletzt haben.
Stärkere Integrationsbemühungen gefordert
Seehofer sagte, was ihn an dem Fall am meisten beschäftige, sei die Frage, wie es sein könne, dass ein 24-jähriger Mann, der sich rechtskonform in Deutschland aufhalte, nach sechs Jahren im Land in einer Obdachlosenunterkunft lebe.
"Damit können wir uns doch nicht abfinden", sagte der CSU-Politiker. "Da müssen wir, Bund und Länder, gemeinsam überlegen, ob unsere Integrationsbemühungen verstärkt werden müssen."
- Nachrichtenagentur AFP