Verschiedene Gründe Bundesländer-Vergleich: Hier wohnen die ängstlichsten Autofahrer
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Jeder dritte Autofahrer in Deutschland empfindet Unsicherheit hinterm Steuer. Eine neue Analyse zeigt, wo die Angst am größten ist – und welche Faktoren sie beeinflussen.
Autofahren gehört für viele zum Alltag – doch nicht jeder fühlt sich dabei vollkommen sicher. Eine neue Umfrage des Portals Autoscout24 zeigt, dass Ängste und Unsicherheiten hinter dem Steuer weiter verbreitet sind, als man vielleicht denkt. Besonders in manchen Regionen Deutschlands fühlen sich Autofahrer unwohler als anderswo.
Unsicherheiten sind weitverbreitet
Wie sicher fühlen sich Autofahrer in Deutschland? Dieser Frage ging Autoscout24 in einer repräsentativen Umfrage mit mehr als 2.000 Teilnehmern nach. Dabei zeigte sich: Während sich 68 Prozent der Befragten entspannt ans Steuer setzen, gibt jeder dritte Autofahrer an, mindestens gelegentlich Unsicherheiten zu empfinden. Besonders auffällig: Je nach Region unterscheiden sich die Sorgen und Ängste teils deutlich. Frauen sind im Straßenverkehr häufiger unsicher als Männer (38,4 Prozent vs. 25,3 Prozent). Besonders betroffen sind zudem junge Fahrer im Alter von 18 bis 24 Jahren. In dieser Altersgruppe stimmten 37,3 Prozent zu, während der Fahrt ängstlich zu sein.
Was Autofahrern Angst macht
Die Gründe für Unsicherheiten am Steuer sind vielfältig. Besonders gefürchtet sind Wildunfälle: Der plötzliche Zusammenstoß mit einem Reh oder Wildschwein kann schwere Folgen haben – für Mensch und Tier. Auch schlechte Sichtverhältnisse durch Regen oder Dunkelheit verunsichern viele Autofahrer – laut Umfrage betrifft dies 17 Prozent der Befragten. Doch nicht nur äußere Umstände spielen eine Rolle: Das Verhalten anderer Verkehrsteilnehmer, etwa dichtes Auffahren oder riskante Überholmanöver, führt bei 33 Prozent der Autofahrer zu Stress hinter dem Steuer.
An zweiter Stelle der Situationen, die beim Autofahren am meisten Angst auslösen, steht das Überholen auf der Landstraße. Jeder Fünfte sagt, dass dieses Manöver bei ihm zu Verunsicherung führt – deutlich mehr als beim Überholen auf der Autobahn. Der Deutsche Verkehrssicherheitsrat gibt an, dass im Jahr 2023 in Deutschland 1.635 Verkehrsteilnehmer auf Landstraßen tödlich verunglückten.
Wo die Angst am größten ist
Nicht überall in Deutschland fühlen sich Autofahrer gleich sicher. Die Umfrage zeigt deutliche Unterschiede zwischen den Bundesländern: Besonders viele unsichere Fahrer gibt es in Hessen – hier gibt fast die Hälfte der Befragten an, sich mindestens gelegentlich nervös oder ängstlich zu fühlen. Tatsächlich liegt Hessen auch auf Platz fünf der Bundesländer mit den meisten Verkehrsunfällen.
Ähnlich hoch ist der Anteil ängstlicher Autofahrer in Rheinland-Pfalz und Brandenburg. Deutlich entspannter fahren hingegen die Saarländer: Hier empfindet nur etwa jeder fünfte Fahrer Unsicherheiten am Steuer. Allerdings muss eingeordnet werden: Die Größe der einzelnen Stichproben wurde nicht nach Bundesland gewichtet.
Bundesland | Prozentzahl der Autofahrer mit Ängsten |
---|---|
Hessen | 48,7 |
Rheinland-Pfalz | 44,4 |
Brandenburg | 39,7 |
Niedersachsen | 34,8 |
Sachsen | 34,8 |
Bremen | 33,8 |
Berlin | 32,8 |
Bayern | 30,5 |
Nordrhein-Westfalen | 30,4 |
Hamburg | 29,9 |
Mecklenburg-Vorpommern | 29,7 |
Schleswig-Holstein | 29,3 |
Baden-Württemberg | 28,6 |
Thüringen | 26,6 |
Sachsen-Anhalt | 25,9 |
Saarland | 18,2 |
Fahrpraxis entscheidend
Unsicherheit am Steuer hat oft mit fehlender Erfahrung zu tun. Gerade wer selten fährt oder sich in bestimmten Situationen nicht auskennt, fühlt sich schneller überfordert. Fahrschulen bereiten ihre Schüler zwar auf viele Verkehrssituationen vor, doch die eigentliche Routine kommt erst mit der Zeit.
Kurt Bartels, stellvertretender Vorsitzender der Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände, erklärt: "Eine gewisse Grundsicherheit beim Autofahren muss vorhanden sein, bevor es überhaupt zur Fahrprüfung geht. Die eigentliche Erfahrung 'erfahren' sich Autofahrer aber selbst, nachdem sie den Führerschein haben." Gerade Situationen, die man nicht oft übe, könnten schnell beängstigend wirken. Übung sei das A und O für einen sicheren Fahrstil.
Helfen Fahrassistenzsysteme wirklich?
Technik kann das Fahren sicherer machen – doch längst nicht jeder vertraut darauf. Laut der Umfrage hat weniger als die Hälfte der Befragten volles Vertrauen in Fahrassistenzsysteme wie Notbremsassistenten oder Spurhaltehilfen. Jeder Vierte sieht sie sogar kritisch. Dabei sind viele dieser Systeme inzwischen in Neuwagen vorgeschrieben.
- Pressemitteilung von Autoscout24
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