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Medizintechnik aus Bayern: Traditionsunternehmen Erka ist insolvent


Medizintechnik aus Bayern
Traditionsunternehmen Erka ist insolvent

Von t-online, jha

05.04.2025 - 15:42 UhrLesedauer: 2 Min.
Blutdruckmessgeräte von Erpa: Das Unternehmen ist zahlungsunfähig.Vergrößern des Bildes
Blutdruckmessgeräte von Erpa: Das Unternehmen ist zahlungsunfähig. (Quelle: Picture Alliance/dpa)
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Seit 130 Jahren produziert Erka Blutdruckmessgeräte in Bayern. Jetzt ist das Medizintechnik-Unternehmen zahlungsunfähig. Die Ursachen sind vielfältig

Das Medizintechnik-Unternehmen "Erka Kallmeyer" aus Bad Tölz hat Insolvenz angemeldet, wie der "Münchener Merkur" berichtet. Das Amtsgericht Wolfratshausen hat auf Antrag einer Krankenkasse das Insolvenzverfahren gegen das Unternehmen eröffnet. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellte das Gericht den Rechtsanwalt Dr. Alfred Ponzer aus Holzkirchen.

Der Betrieb in Bayern soll vorerst weiterlaufen. Die rund 30 Beschäftigten erhalten laut Ponzer zunächst Insolvenzgeld über die Bundesagentur für Arbeit. "Die ersten Gehälter werden in Kürze ausgezahlt", versicherte er dem Bericht zufolge. Ziel sei es, den Betrieb fortzuführen und möglichst alle Arbeitsplätze zu erhalten.

Die Ursachen der Insolvenz sind laut dem vorläufigen Insolvenzverwalter vielschichtig. Neben den wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie und deutlich gestiegenen Energiekosten belasten auch unternehmensinterne Probleme die Situation. So habe es einen Personalabbau in der Buchhaltung gegeben, hinzu kämen Schwierigkeiten mit dem Steuerbüro. Zusätzlich sei ein erheblicher Investitionsbedarf in neue Produkte notwendig, um zukunftsfähig zu bleiben.

Historisches Gerät im Deutschen Museum

Erka wurde 1889 in Berlin von Richard Kallmeyer gegründet. Heute sitzt das Unternehmen in Bad Tölz und produziert dort weiterhin ausschließlich in Deutschland. Der Betrieb ist auf Blutdruckmessgeräte, Stethoskope und Manschetten spezialisiert. Im Jahr 1914 entwickelte das Unternehmen das erste industriell gefertigte Blutdruckmessgerät der Welt. 1927 wurde das Modell "Erkameter" weltweit zum Synonym für die Blutdruckmessung.

Ein frühes Exemplar des "Erkameter" ist heute im Deutschen Museum in München ausgestellt und zeugt von der langen Historie der Marke. Trotz seiner Geschichte produziert Erka seine Produkte bis heute ausschließlich in Deutschland und vertreibt sie in mehr als 100 Länder weltweit.

Hoffnung auf Sanierung

Insolvenzverwalter Ponzer sieht trotz der finanziellen Schieflage Chancen für eine Fortführung des Unternehmens. "Das Potenzial sind die Produkte und die Mitarbeiter", sagte er laut "Münchener Merkur". Er stehe bereits in Kontakt mit Kunden, Lieferanten und Banken, um eine stabile Zukunft für Erka auszuloten.

Ob die Marke mit ihrer langen Geschichte erhalten bleibt, wird sich im Verlauf des Insolvenzverfahrens entscheiden. Auf der Plattform LinkedIn bekräftigte das Unternehmen zuletzt seinen Qualitätsanspruch: "Das Beste ist für Erka-Produkte gerade gut genug."

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