Widerspruch aus den eigenen Reihen Brisante DFB-Interna: Es wird eng für Niersbach
Die Luft für Wolfgang Niersbach wird dünner: Offenbar hat der DFB-Präsident nicht, wie
Der Chef des Nordostdeutschen Fußballverbandes sagt: Die Vertreter der Landesverbände sind erst am Montag darüber informiert worden, dass die Kanzlei am vergangenen Freitag eingeschaltet worden ist. Also erst nach Bekanntwerden der "Spiegel“-Recherchen.
Das Gleiche hatte zuvor die "FAS" geschrieben und sich auf zwei weitere Mitglieder des Präsidiums berufen. Auch "Juve.de", ein Nachrichtenportal der Juristenbranche, vermeldet das.
"Interne Prüfung veranlasst"
"Ich habe diesen Sommer davon erfahren und eine interne Prüfung veranlasst", hatte Niersbach am Samstag auf der DFB-Website beschwichtigt. "Zur Aufklärung haben wir verbandsintern den Kontrollausschuss eingeschaltet sowie die externe, internationale Wirtschaftskanzlei Freshfields-Bruckhaus-Deringer".
Das heißt im Klartext: Keine Sorge, wir arbeiten doch schon längst daran. Nur, von Niersbachs angeblich seit Monaten andauernder Untersuchung wusste offensichtlich niemand etwas. Hat es sie bis zu den "Spiegel"-Enthüllungen überhaupt gegeben? Oder war die Pressemitteilung ein Ablenkungsmanöver, um schon gleich zu Beginn des Skandals den Druck in der Öffentlichkeit zu verringern?
Anfragen prallen ab
Anfragen dazu – beispielsweise vom "kicker" – lässt der DFB aktuell abprallen. Kein Kommentar, es gibt nur das oben zitierte hauseigene Interview mit Niersbach.
Der DFB-Chef gerät so immer mehr in Erklärungsnot. Denn eine monatelange "Geheimuntersuchung" kann und darf es auch nicht gewesen sein: Nach den Statuten des DFB muss der Präsident das Präsidium und seinen Schatzmeister über einen solchen Vorgang informieren, stellt "Juve.de" klar. Das ist nicht geschehen: Schatzmeister Reinhard Grindel hat bereits öffentlich kritisiert, dass er erst am Freitag von der Untersuchung erfahren hat.
Mysteriöse Summe
In der aktuellen Diskussion geht es besonders um eine mysteriöse Summe von 6,7 Millionen Euro, die nach Informationen des "Spiegel" vom DFB an die FIFA floss, und von dort an den damaligen Adidas-Chef Robert Louis-Dreyfus.
Es handele sich dabei um eine schwarze Kasse, so das Magazin. Das Geld habe sich die WM-Abordnung des DFB angeblich von Dreyfus geliehen, um die Stimmen der asiatischen FIFA-Vertreter zu kaufen und sich so die WM 2006 zu sichern.