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Kölner Bühnen: Sanierung im Endspurt, Eröffnungstermin bleibt unklar


300 Arbeiter täglich vor Ort
Kölner Bühnen im Endspurt: Eröffnungstermin ungewiss


02.04.2025 - 17:54 UhrLesedauer: 3 Min.
Aussicht auf die Bühne: Noch fehlen die Bezüge auf den Stühlen.Vergrößern des Bildes
Aussicht auf die Bühne: Noch fehlen die Bezüge auf den Stühlen. (Quelle: Nils Frenzel)
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Die Sanierung der Bühnen am Offenbachplatz geht in ihre finale Phase. Beim Rundgang auf der Baustelle zeigen sich die Projektverantwortlichen zuversichtlich – trotz bleibender Herausforderungen.

Die Bühnen am Offenbachplatz nehmen langsam, aber sicher Form an. Bei einem Rundgang am Mittwoch führten Baudezernent Markus Greitemann und Projektleiter Prof. Jürgen Marc Volm durch das weitläufige Baugelände am Offenbachplatz – und gaben Einblicke in eine der komplexesten und teuersten Baustellen der Stadt. Die Gesamtkosten für die Opernbaustelle inklusive der Kosten für die Unterbringung in den Interimsspielstätten lag zuletzt bei rund 1,5 Milliarden Euro. Einkalkuliert waren einmal 253 Millionen Euro.

Trotzdem gibt man sich am Ortstermin optimistisch. "Wir sind weit vorangeschritten", so Volm. Die bauliche Fertigstellung ist weiterhin für das vierte Quartal 2025 geplant. Laut Volm liegt die Wahrscheinlichkeit, diesen Zeitplan einzuhalten, bei etwa 95 Prozent. "Es gibt noch ein bisschen was zu tun", sagte er, "aber es sind keine Herzstücke mehr, sondern Detailarbeiten."

Bauliche Koordination im Chorsaal: Ein Raum voller Post-its

Als entscheidend für den jüngsten Fortschritt sehen die Verantwortlichen auch eine verbesserte Koordination. Seit dem Herbst 2024 gibt es im ehemaligen Chorsaal einen zentralen Besprechungsraum. An den Wänden kleben Dutzende bunte Post-its, jeder steht für eine Aufgabe in einem Teilprojekt. Dort wird tagtäglich in 40-minütigen Sitzungen besprochen, was als Nächstes ansteht.

"Die Post-its sind wichtig, damit wir den Wald vor lauter Bäumen wieder sehen", so Volm. "Das hat geholfen, alles zu bündeln und zu zentralisieren." Die Firmen werden geschossweise koordiniert, jeder Teilprojektleiter hat klar abgegrenzte Zuständigkeiten. "Eine Baustelle kriegen Sie nur mit Kommunikation hin", sagt Greitemann.

"Wir haben in einer Nacht-und-Nebel-Aktion Teppichboden gelegt und die Wände beklebt", sagt Greitemann. Jetzt sitzen hier jeden Tag 20 bis 35 Leute – Planer, Bauleiter, Gewerke – und koordinieren, was auf einer der größten Baustellen Kölns passiert.

Neben Sicherheit und Technik ist die Staubfreiheit wichtig

Dass es sich um eine außergewöhnlich anspruchsvolle Sanierung handelt, zeigt sich vor allem bei den technischen Details. Nach der baulichen Fertigstellung folgen die sogenannten Wirkprinzipprüfungen, bei denen etwa die Brandfallsteuerung oder die Rauchdruckanlagen getestet werden. "Da geht es um das Zusammenspiel der technischen Komponenten – für unterschiedliche Entfluchtungssituationen und sicherheitstechnische Aspekte", erklärt Volm.

Wichtig dabei: Erst wenn die Baustelle als staubfrei gilt, können die Bühnen selbst ihre eigene Technik wie Regiepulte oder spezielle Beleuchtung einbringen. "Bauliche Fertigstellung heißt für uns: entgereinigt. Erst dann können die Bühnen loslegen", so Volm.

Arbeiter wurden auf Rollwägen in Luftkanäle geschickt

Eine der technisch herausforderndsten Aufgaben lag unter der Bühne – im sogenannten Drückboden. Hier mussten Luftkanäle saniert werden, die bis zu 29 Meter lang und nur 50 bis 70 Zentimeter hoch sind. Eine Firma schickte ihre Mitarbeiter auf speziell gesicherten Rollwägen in die engen Kanäle. "Die wurden mit Seilen gesichert, damit man sie im Notfall schnell wieder rausziehen kann", berichtet Volm. "Das war extrem aufwendig."

Auch die Restaurierung historischer Elemente verlangt Fingerspitzengefühl. So wurde etwa die blaue Decke im Zuschauerraum originalgetreu wiederhergestellt. "Jedes einzelne Loch musste von innen geschwärzt und von außen mit Blau überstrichen werden – nach alten Plänen aus den 60er Jahren", erzählt ein Bauleiter.

Über 300 Arbeiter täglich auf der Baustelle – auch am Wochenende

Die kommenden Monate sollen nun den Schlussspurt einläuten. "Hier sind über 300 Personen täglich auf der Baustelle", so Greitermann. Auch an Wochenenden wird gearbeitet, teilweise sogar zwischen Weihnachten und Neujahr – und am Rosenmontag.

Die Sanierung soll im vierten Quartal 2025 baulich abgeschlossen sein. Danach folgen die Prüfphasen und die sukzessive Inbetriebnahme. Schon jetzt sind die Intendanten eng eingebunden. "Wir sprechen wöchentlich mit ihnen", so Volm. Einen klaren Eröffnungstermin gebe es aber noch nicht. "Aber wir haben das Gefühl, dass wir es im Griff haben."

Verwendete Quellen
  • Reporter vor Ort
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