Stärke von 7,8 Myanmar-Erdbeben: Druckwelle erreicht Köln

Nach dem verheerenden Erdbeben in Thailand und Myanmar schlagen auch die Seismografen in Köln aus. Die Druckwelle zieht über das Stadtgebiet hinweg.
Die Druckwelle des schweren Erdbebens in Thailand und Myanmar hat auch Köln und die Region erreicht. Seismografen der Erdbebenstation der Universität zu Köln in Bergisch Gladbach-Bensberg zeichneten die Erschütterungen am Freitag (28. März) wenige Minuten nach Beginn des Bebens mit einer Magnitude von 7,8 auf. Das bestätigte Stationsleiter Dr. Martin Zeckra auf Anfrage von t-online.
"In der Tat war das Erdbeben auch in unserer Region messbar", so Zeckra weiter. Die Erde habe sich kurz nach dem Start des Bebens nahe der myanmarischen Stadt Mandalay auch in Köln um rund einen Millimeter angehoben. Allerdings sei es für Menschen nicht spürbar gewesen, erklärte der Erdbebenforscher weiter.
Erdbeben in Thailand und Myanmar: Druckwelle erreicht Köln
Die ersten Druckwellen erreichten Köln etwa elf Minuten nach dem Start im Epizentrum bei Mandalay, etwa 8.000 Kilometer vom Rheinland entfernt. Die stärkeren sogenannten S-Wellen folgen in etwa eine halbe Stunde nach Beginn des Bebens am Freitagmorgen um 7.20 Uhr deutscher Zeit. "Oberflächenwellen. Diese Ausschläge betragen bis zu einem Millimeter, die aber von uns Menschen nicht gespürt werden können, da diese zu langsam ablaufen", heißt es in einem Informationspapier der Universität.

Dass Erdbeben von größerer Stärke auch in Köln messbar sind, ist grundsätzlich nicht ungewöhnlich. Zeckra: "Ab einer Magnitude von 5 sind Erdbeben quasi auf der ganzen Welt mit Seismometern messbar." So waren auch das starke Erdbeben in der Türkei im Jahr 2023 oder der Ausbruch des Vulkans Hunga Tonga 2022 in Köln messbar.
Erdbeben in Köln: Auch Vulkanausbruch auf Tonga messbar
Ein Erdbeben war in der Region von Seismologen seit Längerem erwartet worden, da sich an den Plattengrenzen in Myanmar seit 100 Jahren Spannungen aufgebaut hatten. "Hier ist es nur besonders, dass die ursächliche geologische Struktur direkt quer durch das Land Myanmar verläuft", erklärt Zeckra weiter. Inwiefern das Erdbeben aus seismologischer Sicht besonders sei, müsse die Datenauswertung in den kommenden Monaten zeigen.
Auch in Nordrhein-Westfalen kommt es immer häufiger zu kleineren Erdbeben, die vor Ort auch von Menschen spürbar sind. Betroffen ist vor allem die sogenannte Niederrheinische Bucht zwischen Aachen und Düren, dort treten solche Beben zwei- bis dreimal im Jahr auf. Erst Anfang Januar hatte ein Erdbeben die Städteregion Aachen erschüttert. Es erreichte eine Stärke von 2,4 auf der Richterskala.
- Anfrage bei der Erdbebenstation Bensberg (per E-Mail)
- seismo.uni-koeln.de: Archiv der Seismogramme vom 31. März 2025