Gegen Stuttgart 2023 Eintracht-Fan nach Krawallen im Waldstadion angeklagt

Vor rund eineinhalb Jahren kommt es vor einem Eintracht-Spiel zu schweren Ausschreitungen . Ein 31-Jähriger soll sich daran beteiligt haben. Doch auch die Polizei steht in der Kritik.
Die Staatsanwaltschaft hat einen 31-jährigen Anhänger von Eintracht Frankfurt wegen seiner mutmaßlichen Beteiligung an den schweren Ausschreitungen angeklagt. Die Ermittlungsbehörde wirft ihm besonders schweren Landfriedensbruch, gefährliche Körperverletzung und tätlichen Angriff auf Vollstreckungsbeamte vor, wie die Staatsanwaltschaft am Freitag mitteilte.
Der Fan, den die Behörden der Frankfurter Risikoszene zuordnen, soll am 25. November 2023 vor dem Bundesligaspiel zwischen Eintracht Frankfurt und dem VfB Stuttgart mehrere gefährliche Gegenstände auf Polizisten geworfen und diese dabei verletzt haben. Die Anklage wurde beim Schöffengericht des Amtsgerichts Frankfurt erhoben.
Fans erheben Vorwürfe gegen Polizei
Seitens der Fans gab es allerdings auch schwere Vorwürfe gegen das Vorgehen der Polizei. Das Fanprojekt "Der 13. Mann" sammelte über 230 anonymisierte Zeugenaussagen. Die Fans berichten von einem unverhältnismäßigen und teils willkürlichen Einsatz von Schlagstöcken und Pfefferspray der Polizisten im Fanblock – auch gegen Unbeteiligte, Kinder und ältere Menschen. Viele gaben an, dass die Polizei Fluchtwege blockiert und die medizinische Versorgung Verletzter behindert habe. In mehreren Aussagen ist von panikartigen Zuständen in der Nordwestkurve die Rede.
Die Ausschreitungen ereigneten sich laut Staatsanwaltschaft etwa 40 Minuten vor Spielbeginn im Heimfanbereich (Block 40). Auslöser war offenbar ein Konflikt an der Zugangskontrolle: Als ein Ordner einschreiten wollte, weil Fans die Kontrollen umgingen, sei dieser unvermittelt von mehreren Personen attackiert worden.
Der Sicherheitsmitarbeiter forderte laut Staatsanwaltschaft daraufhin per Funk Unterstützung an. Gleichzeitig sollen Fans weitere Unterstützer aus der Nordwestkurve mobilisiert haben. Etwa 300 Personen stellten sich dann den eintreffenden Polizeikräften nach Angaben der Staatsanwaltschaft "geschlossen, teilweise vermummt und hochgradig aggressiv" entgegen. Dabei seien Parolen wie "Bullenschweine!" und "Unser Block, unsere Regeln!" skandiert worden.
Mann soll Feuerlöscher auf Polizisten geworfen haben
Der nun angeklagte 31-Jährige soll sich aktiv an den Ausschreitungen beteiligt haben. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, mehrere Kunststoffkörbe, eine Fahnenstange, ein Absperrgitter und sogar einen Feuerlöscher gezielt auf Polizisten geworfen zu haben. Durch diese Würfe seien Polizeibeamte verletzt worden.
Das Amtsgericht Frankfurt muss nun über die Eröffnung des Hauptverfahrens entscheiden. Die Staatsanwaltschaft teilte mit, dass in dem Ermittlungskomplex bereits weitere Anklagen erhoben und Strafbefehlsanträge gestellt wurden. Sie sucht weiterhin nach Beteiligten.
- Mitteilung der Staatsanwaltschaft Frankfurt vom 4. April 2025
- hessenschau.de: Eintracht-Fans geschockt von Gewalt-Explosion