In Berlin-Adlershof Gaffer stört Reanimation in S-Bahn: Zeugen gesucht

Als ein Mann in der S-Bahn einen medizinischen Notfall erlitt, soll ein Gaffer die Reanimation gefilmt haben. Die Polizei bittet um Hinweise, die zu dem Tatverdächtigen führen.
Die Berliner Polizei fahndet nach einem Mann, der im Februar die Wiederbelebung eines S-Bahn-Fahrgasts gestört haben soll. Dafür wird jetzt nach Zeugen des Vorfalls gesucht.
Am 20. Februar erlitt ein 57 Jahre alter Mann gegen 7.15 Uhr morgens in einer S-Bahn auf der Linie S9 einen medizinischen Notfall. Die Bahn hielt gerade am S-Bahnhof Adlershof, Reisende leiteten sofort Erste-Hilfe-Maßnahmen ein. Auch ein zufällig anwesender Beamter der Polizei Berlin unterstützte diese Maßnahmen, zog sich eine Polizeiweste über seine private Kleidung und forderte Fahrgäste auf, den S-Bahn-Waggon zu verlassen.
Ein Mann soll die Wiederbelebungsmaßnahmen gefilmt und sich geweigert haben, den Wagen zu verlassen, auch, als der Polizist ihm seinen Dienstausweis zeigte. Der Beamte habe ihn deshalb gewaltsam aus dem Wagen geführt, heißt es in der Mitteilung der Bundespolizei.
Fahrgast stirbt, Gaffer entkommt
Vom Bahnsteig aus soll der Mann dann weiter die Rettungsmaßnahmen gefilmt haben. Der 57-jährige Fahrgast konnte nicht gerettet werden und starb. Der Gaffer entfernte sich schließlich unerkannt vom Ort des Geschehens.
Die Polizei ermittelt gegen den Mann wegen des Verdachts des Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte. Da seine Identität immer noch unbekannt ist, bitten die Ermittler jetzt um Hinweise aus der Bevölkerung. Wer den Vorfall beobachtet hat und Angaben zu dem Gaffer und zum genauen Tathergang machen kann, wird gebeten, sich zu melden. Hinweise nimmt die Bundespolizeiinspektion Berlin-Ostbahnhof unter den Telefonnummern 030 2977790 und 0800 6 888 000 entgegen.
- presseportal.de: Pressemitteilung der Bundespolizeidirektion Berlin vom 3. April 2025
- Eigene Berichterstattung zum Thema