Aussagen vertagt Mordprozess: Zehn Zeugen geladen – keiner kommt

Ein Pfleger des Rhein-Maas-Klinikums soll neun Patienten ermordet haben. Am Donnerstag waren zehn Mitarbeiter des Krankenhauses als Zeugen geladen – eigentlich.
Im Prozess gegen den wegen neunfachen Mordes angeklagten Pfleger sind am Mittwoch (2. April) alle zehn geladenen Zeugen des Rhein-Maas-Klinikums nicht erschienen. Richter Markus Vogt erklärte den zahlreichen Zuschauern vor Ort, dass man mehrere Zeugen angerufen habe. Diese hätten aber gesagt, dass sie nicht benachrichtigt worden seien. Zudem seien sie bei der Arbeit.
Zuvor hatte er die Sitzung gleich zu Beginn unterbrochen, weil vor dem Gerichtssaal keine Zeugen anwesend waren. Warum die Zeugen von nichts wussten, sei unklar, sagte Vogt. Man habe in der vergangenen Woche eigentlich alle Beteiligten per Post benachrichtigt.
Auch am Donnerstag war der Grund für das Nichterscheinen noch nicht klar, erklärte eine Sprecherin des Landgerichts Aachen auf Anfrage von t-online. Die zehn Zeugen sollen nun am 30. April aussagen. Die ehemaligen Kollegen eines Kölner Pflegeheims, wo der Angeklagte ebenfalls gearbeitet hatte, erhoben bereits schwere Vorwürfe gegen ihn.
Am kommenden Freitag (4. April) soll ein Palliativmediziner als Gutachter vor Gericht erscheinen, zudem ist der Ermittlungsbeamte als Zeuge geladen, der den angeklagten Pfleger direkt nach seiner Festnahme verhört hatte. Am 28. April soll dann der 44-jährige angeklagte Pfleger selbst vor Gericht zu Wort kommen.
- Reporter vor Ort
- Anfrage an das Landgericht Aachen
- Eigene Artikel