In Justizvollzugsanstalt Häftling soll Ehefrau bei Besuch getötet haben

Ein Gefängnisbesuch in einer JVA bei Magdeburg endete für die Ehefrau eines Häftlings tödlich. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Totschlags.
Ein 37-jähriger Häftling soll in der Justizvollzugsanstalt Burg bei Magdeburg seine Ehefrau getötet haben. Wie die Staatsanwaltschaft mitteilte, wurde die Frau am Donnerstagnachmittag nach einem Besuch tot aufgefunden. Zuvor hatte der MDR darüber berichtet.
Demnach sei die 35-Jährige zu einem sogenannten "Langzeitbesuch" ihres Ehemannes in der JVA gewesen. Diese Art von Besuchen wird weder akustisch noch optisch überwacht. Der Häftling war den Angaben der Staatsanwaltschaft allein mit seiner Frau in dem extra eingerichteten Raum gewesen. Gegen 14 Uhr wurde die Frau tot aufgefunden.
Die Staatsanwaltschaft ermittelt nun gegen den Ehemann wegen eines Anfangsverdachts auf Totschlag. Die Obduktion zur Klärung der Todesursache soll nach Angaben der Staatsanwaltschaft am Freitag stattfinden. Die Polizeiinspektion Stendal hat die Ermittlungen übernommen.
JVA Burg wiederholt Schauplatz von Skandal
Es war die JVA Burg, in der der Halle-Attentäter im Dezember 2022 versucht hatte, zu flüchten und dabei zwei Bedienstete als Geiseln nahm. Dazu hatte er sich selbst eine Waffe gebaut.
Stephan B. hatte damals die Zeit des Einschlusses vor der Nacht genutzt und einen Bediensteten gezwungen, ihn auf das Außengelände zu bringen. Einen weiteren Mitarbeiter versuchte er dann zu zwingen, weitere Türen zu öffnen. Schließlich ist er von acht Justizvollzugsbediensteten überwältigt worden.
Die Justizvollzugsanstalt Burg ist das größte Gefängnis in Sachsen-Anhalt.
- Material der Nachrichtenagentur dpa
- br.de: "Geiselnahme in Burg: Halle-Attentäter wollte Gefängnis verlassen"