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Signal-Panne: Obama-Beraterin analysiert Versagen von Trumps Team


"Darüber kann ich nur lachen"
Obama-Beraterin: "Die Russen kennen jedes Detail"

Von t-online, dpa
Aktualisiert am 26.03.2025Lesedauer: 2 Min.
Susan Rice wird Barack Obamas Nationale SicherheitsberaterinVergrößern des Bildes
Barack Obamas Top-Beraterin Susan Rice kritisiert das Beraterteam von Donald Trump. (Quelle: dpa)
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In der Chat-Affäre über geleakte Angriffspläne der US-Regierung in einer Messenger-Gruppe auf Signal sieht die frühere Nationale Sicherheitsberaterin Susan Rice schwere Versäumnisse des Beraterteams von US-Präsident Trump.

Susan Rice war motiviert. "Schön, hier zu sein", begrüßte die einstige Beraterin von US-Präsident Barack Obama den Podcast-Host Ben Meiselas vom Podcast "MeidasTouch". Es ging um Signal-Gate, der Datenpanne von Donald Trumps Beraterteam, das vertrauliche Nachrichten über einen US-Angriff auf islamistische Huthi-Rebellen im Jemen in einem Messenger-Dienst erörterte. "Darüber kann ich nur lachen", sagte Rice. Die Top-Diplomatin weiß, wovon sie spricht. Sie war Botschafterin der USA bei den Vereinten Nationen und Obamas Nationale Sicherheitsberaterin.

Punkt für Punkt arbeitete sie in dem Podcast die Versäumnisse von Trumps Team in der Affäre um ein Datenleck bei internen Beratungen des Teams ab:

  • Umgang mit sensiblen Daten: Rice schilderte den Ablauf der Beratungen im Nationalen Sicherheitsrat. "Sie finden persönlich im Lagezentrum im Weißen Haus statt". Digitale Geräte kommen nicht mit in den Raum. "Kein Handy. Keine Apple Watch", so Rice. "Diese Geräte können gehackt werden", erläuterte sie. Dann könnten Hacker die Beratungen abhören. "Deshalb haben wir diese Sicherheits-Bubble", sagte sie über das Lagezentrum.
  • Preisgabe von Militärgeheimnissen "Classified" – streng vertraulich – sind alle Beratungen des Nationalen Sicherheitsrats, stellte Rice im Interview klar. "Militärpläne sind grundsätzlich streng vertraulich", erläuterte die Außenpolitikexpertin. Sie warf Trumps Verteidigungsminister Pete Hegseth vor, mit der Debatte in einem Signal-Chat Angriffspläne und -ziele auf die Huthi-Rebellen öffentlich gemacht zu haben.
  • Versäumnisse des Trump-Teams: Steve Witkoff, Trumps Sondergesandter, klinkte sich in den Signal-Chat von einer Moskau-Reise aus ein. CIA-Chef John Ratcliffe sagte hinterher, er habe nicht gewusst, dass der Sondergesandte in Russland sei. "Dabei waren diese Informationen öffentlich abrufbar", so Podcast-Host Ben Meiselas. Die Expertin schüttelte nur den Kopf. "Witkoff hätte an dieser Unterredung per Video aus der US-Botschaft in Moskau teilnehmen müssen", sagte Rice.

Ihr Fazit: "Es hätte niemals einen Signal-Chat als Medium für eine Diskussion über sensible Themen der nationalen Sicherheit geben dürfen." Rice fordert, ein überparteilicher Kongress-Ausschuss solle sich mit der Datenpanne befassen. Alle Verantwortlichen seien "persönlich haftbar", stellte Rice klar. In einer normalen Administration dürften diese Leute nicht weiter im Amt sein.

Der Journalist Jeffrey Goldberg, Chefredakteur des Magazins "The Atlantic", war aus Versehen einer Chat-Gruppe von Trumps Sicherheitsteam zugefügt worden. In der Gruppe im Messenger-Dienst Signal wurden Pläne für einen US-Angriff auf die islamistische Rebellengruppe Huthi im Jemen erörtert. "Das lässt mich nur den Kopf schütteln", so Rice.

Trump: "Ich war nicht involviert"

Trump hatte die Chat-Beratungen als "Ausrutscher" abgetan. Später distanzierte er sich von der Panne. "Ich war nicht involviert", sagte er am Dienstagabend dem Sender Newsmax. Trump wies die Schuld einem Mitarbeiter zu, der auf niedrigerer Ebene für seinen Nationalen Sicherheitsberater Mike Waltz gearbeitet habe.

Waltz hatte vor Trumps Aussagen dagegen die volle Verantwortung dafür übernommen, dass Goldberg Zugang zu der sensiblen Kommunikation rund um einen militärischen Schlag der USA gegen die Huthi-Miliz im Jemen erhalten hatte. "Ein Mitarbeiter war nicht verantwortlich", hatte er dem Nachrichtensender Fox News gesagt. Auch in der Aufarbeitung der Affäre fehlt es der Trump-Administration an einer Strategie.

Verwendete Quellen
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