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Ostkongo: Gewalt eskaliert – Hunderttausende fliehen vor Miliz M23


Gewalt im Ostkongo eskaliert
Bomben auf Flüchtlingslager: Hunderttausende fliehen

Von dpa
24.01.2025 - 17:03 UhrLesedauer: 2 Min.
Demokratische Republik Kongo: Menschen, die vor der Miliz M23 fliehen, kommen mit einem Boot in Goma an.Vergrößern des Bildes
Demokratische Republik Kongo: Menschen, die vor der Miliz M23 fliehen, kommen mit einem Boot in Goma an. (Quelle: Moses Sawasawa)
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Im Osten der Demokratischen Republik Kongo toben Kämpfe zwischen der Armee und einer Miliz. Die Zahl der Vertriebenen hat sich in einer Woche fast verdoppelt.

Im umkämpften rohstoffreichen Ostkongo explodiert die Zahl der Vertriebenen. Bereits rund 400.000 Menschen sind seit Jahresbeginn vor dem Konflikt zwischen Regierungstruppen und der Miliz M23 geflohen, wie ein Sprecher des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR in Genf mitteilte. Damit hat sich die Zahl innerhalb einer Woche beinahe verdoppelt.

Die Gewalt und die humanitäre Lage würden sich zuspitzen, sagte der Sprecher. Seit der vergangenen Woche seien Bomben auf Flüchtlingslager abgeworfen worden. Die Folge der Angriffe: Tote, Massenpanik und erneute Fluchtbewegungen. Eine Sprecherin des UN-Büros für Menschenrechte wies darauf hin, dass sexualisierte Gewalt ein Hauptfaktor in diesem Konflikt sei. Bewaffnete Gruppen würden Frauen und Mädchen entführen, vergewaltigen und versklaven, sagte sie. Der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Volker Türk, fordere den Nachbarstaat Ruanda auf, jede Unterstützung für die M23 einzustellen, sagte die Sprecherin.

Rohstoffabbau unter Kontrolle der M23

Sowohl die kongolesische Regierung in Kinshasa als auch UN-Experten werfen Ruanda vor, die M23 unter anderem mit Waffen zu unterstützen. Nach einem Expertenbericht befinden sich mehr als 1.000 ruandische Soldaten in der Region. Zudem hat die M23, die jahrelang vor allem in der Provinz Nord-Kivu aktiv war, ihre Aktivitäten ausgeweitet und kämpft in der Nachbarprovinz Süd-Kivu, aus der im vergangenen Jahr die UN-Friedenstruppen abgezogen wurden.

Derzeit nähern sich die Kämpfe der von zahlreichen Flüchtlingslagern umgebenen Provinzhauptstadt Goma in Nord-Kivu. Armee und M23 kämpfen insbesondere um die Kontrolle von Sake, einer etwa 25 Kilometer von Goma entfernten Stadt. Das Rote Kreuz in Goma berichtete über einen Ansturm von Verletzten.

Der Ostkongo verfügt über reiche Rohstoffvorkommen. Besonders wertvoll ist das Metall Coltan. Das Metall spielt eine wichtige Rolle bei der Herstellung von Laptops, Smartphones oder den Batterien von Elektroautos. Die Demokratische Republik Kongo ist weltweit einer der wichtigsten Coltanproduzenten. Die M23 kontrolliert in den von der Miliz eroberten Gebieten den Abbau des Coltan.

Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagentur dpa
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