Hersteller klärt auf Früher waren Frotteehandtücher besser – daran liegt es

Dünn und keine lang haltbaren Farben mehr: Neue Handtücher sind im Vergleich zu früher deutlich schlechter geworden. Ein Hersteller äußert sich zu dem Eindruck.
Früher war alles besser – vor allem Textilien. Das merkt man nicht zuletzt an Frotteehandtüchern, die immer dünner werden und mit denen man sich nur noch schwer wirklich gut abtrocknen kann. Teilweise halten die Handtücher auch nur noch wenige Wäschen, bevor sie verschlissen sind und dann meist nur noch als Putzlappen dienen. Stimmt dieser Eindruck oder waren Frotteehandtücher früher wirklich besser?
Mindere Qualität der Gesundheit und Umwelt zuliebe
Der Hersteller für Frottiermoden Harti aus Österreich gibt offen zu, dass sich die Qualität von Frottiertüchern hat im Laufe der vergangenen zehn bis zwanzig Jahre verändert hat. Die Gründe sind verschieden: So wurden einige Hilfsmittel bei der Textilfärbung verwendet, die aus Gründen des Umwelt- und Gesundheitsschutzes aktuell nicht mehr verwendet werden dürfen, heißt es. "Die 'altbewährte' Qualität hatte zum Teil zu gesundheitlichen Belastungen geführt. Umweltfreundliche Ersatzstoffe für die Färbung von Frottiertüchern sind oft weniger effektiv und die Farbechtheit der Textilfarbstoffe gab dadurch nach." Somit musste die Produktion entsprechend angepasst werden.
Frottier und Frottee
Im allgemeinen Sprachgebrauch werden alle Handtücher mit weicher Schlingenoberfläche als Frottee bezeichnet. Es gibt jedoch Unterschiede, etwa die Materialdichte. Während es sich bei Frottee um ein gewöhnliches Flachgewebe handelt, ist Frottier ein komplexeres Gewebe. Die voluminöse Oberfläche von Frottee entsteht durch einen speziellen Schussfaden aus Effektgarn. Dieser hat jedoch auch Nachteile, dass Fäden gezogen werden, sobald man an den Schlingen mit dem Ring am Finger hängen bleibt. Frottier hat aufgrund des aufwendigeren Herstellungsprozesses eine höhere Schlingenfestigkeit. Fäden können nur schwer gezogen werden.
Im weiteren Verlauf werden der Übersichtlichkeit halber Frottee und Frottier simultan verwendet.
Ein weiterer Grund für die geringere Haltbarkeit von Frotteeware ist laut Herti die Wäschehygiene: Damals wurden vor allem Handtücher im 60-Grad- oder Kochwäsche-Programm gereinigt. Heute setzen viele Verbraucher eher auf das energiesparende Waschprogramm mit niedrigeren Wassertemperaturen. Diese Entwicklung hat dazu geführt, dass Waschmittel deutlich aggressiver geworden sind, um noch effektiv und wirkungsvoll reinigen zu können. Die aggressiven Substanzen greifen allerdings die Fasern und die Farben der Handtücher an – der Verschleißeffekt wird verstärkt.
Haltbarkeit verlängern
Wer lange Freude an seinen Handtüchern, Waschlappen und Badetüchern haben möchte, sollte auf qualitativ hochwertige Produkte setzen. Faserschonend ist es, die Schleuderzahl der Waschmaschine zu verringern sowie die Wäsche auf der Wäscheleine und nicht im Trockner trocknen zu lassen.
- harti.de "FAQ"
- farmsohn.at "Frottier vs Frottee: Unterschiede"
- textilwaren24.eu "Frottier ist nicht gleich Frottee"