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Börsen im Sturzflug: Trump sorgt für historische Verluste in den USA


Sturzflug an Wall Street
Trump macht Amerika zum allergrößten Loser

MeinungEin Gastbeitrag von Daniel Saurenz

Aktualisiert am 04.04.2025 - 07:28 UhrLesedauer: 3 Min.
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Donald Trump und ein Autoarbeiter: Werden die Zölle des US-Präsidenten der Wirtschaft eher nützen oder schaden? (Quelle: IMAGO/CNP / MediaPunch)
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MEGA statt MAGA: "Make Europe great again" müsste die Überschrift zu den ersten Wochen der Amtszeit Donald Trumps lauten.

Es gibt Daten, die sagen mehr als alle Worte zu Zöllen, Abschiebungen oder Verbraucherstimmungen. Das erste Quartal 2025 war an den internationalen Finanzmärkten für US-Firmen das schlechteste Quartal seit 2002, wenn man die Relation zum Rest der Welt nimmt. 23 Jahre lang haben die Amerikaner im Vergleich zu den anderen nicht derart mies ausgesehen.

"Für deutsche Anleger ist dies am einfachsten zu merken", findet Vanyo Walter von RoboMarkets. "Denn der Nasdaq lag noch vor wenigen Monaten deutlich in Punkten vor dem Dax und liegt nun 3.000 Zähler dahinter, was einem Erdrutsch entspricht." Die Kursverluste an der Wall Street haben mittlerweile selbst die Finanz-Muffel aufgeschreckt – sogar Zeitungen, die sich sonst mit Aktien kaum befassen, widmen sich nun der Talfahrt des S&P 500 und dem doppelten Schicksal des MSCI World. Denn der hat zum einen US-Titel hoch gewichtet und litt für Europäer zum anderen noch an der plötzlichen US-Dollar-Schwäche.

Daniel Saurenz von Feingold Research begleitet Sie als Experte durch das Börsengeschehen.
Daniel Saurenz von Feingold Research begleitet Sie als Experte durch das Börsengeschehen. (Quelle: Goldlicht Fotografie)

Zur Person

Daniel Saurenz ist Finanzjournalist, Börsianer aus Leidenschaft und Gründer von Feingold Research. Mit seinem Team hat er insgesamt mehr als 150 Jahre Börsenerfahrung und bündelt Börsenpsychologie, technische Analyse, Produkt- und Marktexpertise. Bei t-online schreibt er über Investments und die Lage an den Märkten. Sie erreichen ihn auf seinem Portal www.feingoldresearch.de. Alle Gastbeiträge von Daniel Saurenz lesen Sie hier.

Knackiger Rückgang

Seit dem Rekordhoch am 19. Februar hat der S&P 500 bereits zehn Prozent verloren – der stärkste Rückgang in diesem Zeitraum seit März 2020. Die einst gefeierten Technologieriesen sind in Ungnade gefallen. Knapp 5.500 Milliarden US-Dollar sind seit dem Höhepunkt im Februar aus dem S&P 500 an Börsenwert verloren gegangen, ein beachtlicher Teil davon – 2.400 Milliarden US-Dollar – allein aus der "Tech-Achillesferse". Die "Glorreichen Sieben", einst der Stolz des Marktes, sind derzeit eher eine schwere Last.

Nur Meta ist einigermaßen anständig davongekommen. Bei Alphabet, Amazon und Microsoft sieht es anders aus. "Alle diese Tech-Riesen haben seit dem Rekordhoch rund 20 Prozent an Wert eingebüßt, bei Nvidia sind es 30 Prozent", so Experte Walter. Tesla führt die Verliererliste an: Der Elektroautobauer hat in den letzten 53 Tagen gut 50 Prozent seines Wertes verloren.

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Foto Benjamin FeingoldAusgewählt von unserem Börsenexperten Benjamin Feingold
Die im Beitrag genannten europäischen Aktien haben im ersten Quartal eine starke Performance hingelegt, tendierten zuletzt aber seitwärts. In einem solchen Umfeld profitieren Discount-Zertifikate wie das ausgewählte Papier auf den EuroStoxx 50, das eine Maximalrendite von 10 % p.a. bietet.
Für wen geeignet?Mittelfristanleger
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Der DAX profitierte im ersten Quartal von Rüstungs- und Infrastrukturaktien. Allerdings setzten hier zuletzt Gewinnmitnahmen ein, so dass Discount-Zertifikate auf den DAX derzeit ein geeignetes Investment sind. Das ausgesuchte Zertifikat bietet eine Maximalrendite von 8,6 % p.a.
Für wen geeignet?Mittelfristanleger
In welcher Marktsituation geeignet?Stabile DAX-Notierungen
Risikoklasse: Moderat
Laufende Gebühren: Keine

Langfristig tragfähiger

Doch überlegen wir einen kurzen Moment: Sollten wirklich die international bedeutenden Firmen wie Starbucks, McDonald's, Airbnb, Uber, Meta, Google, Apple, Netflix oder Coca Cola mit einem Mal abgemeldet sein? Hat beispielsweise Heidelberg Materials bei aller Liebe für die kommenden Jahre besser zu verkaufende Produkte als Digitalfirmen? Die Stimmung für US-Titel ist im Keller, doch genau darin liegt eine wunderbare Chance.

So steuerte etwa der Fear & Greed-Index (auf Deutsch der "Angst und Gier"-Index) in Bezug auf die US-Börsen mit nur noch 14 Punkten auf "Angst pur" zu. Doch die Experten von Lynx-Broker sind keinesfalls langfristig pessimistisch: "Die US-Börsen stehen aktuell unter Druck, doch das könnte sich bald ändern", meint Deutschlandchef Klaus Schulz.

"Die US-Wirtschaft zeigt sich robuster als erwartet, die Unternehmensgewinne sind stabil, und mit möglichen Zinssenkungen der Fed könnte neuer Schwung in die Märkte kommen. Langfristig bleiben die USA der zentrale Innovationstreiber – das dürfte die US-Börsen langfristig wieder in die Spur bringen", so Schulz.

Trump liegt eigentlich im Plan

Hoffnung geben könnte auch die Statistik. Denn die US-Indizes verhielten sich im Durchschnitt so wie in Nachwahljahren: Das erste Quartal ist dabei meist durchwachsen, ab der zweiten März-Hälfte wendet sich vielfach das Blatt mit steigenden Kursen bis in den Spätsommer. Die Stimmung unter Kleinanlegern ist so negativ wie zuletzt im Oktober 2022, als die US-Börsen nach langer Talfahrt einen Boden ausbildeten. Eigentlich ein gutes Level für alle, die antizyklisch den Trump-Rutsch ausnutzen möchten.

Verwendete Quellen
  • Eigene Meinung
Transparenzhinweis
  • Der Artikel stellt keine Kauf- oder Anlageberatung dar. Auf Finanzanalysen von Dritten hat die t-online-Redaktion keinen Einfluss.

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