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Boeing "Starliner": Flug zur ISS war dramatischer als bisher bekannt


"Sehr prekäre Situation"
Boeing-Flug war dramatischer als bisher bekannt

Von t-online, sha

04.04.2025 - 14:59 UhrLesedauer: 2 Min.
Astronauts Butch Wilmore and Suni Williams return to earth in a Dragon capsuleVergrößern des Bildes
Die Astronauten Butch Wilmore und Suni Williams kehrten mit einer SpaceX-Raumkapsel zur Erde zurück. (Quelle: via REUTERS/dpa-bilder)
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Ausgefallene Triebwerke und ein riskantes Andockmanöver: Die auf der ISS gestrandeten Boeing-Astronauten erzählen erstmals, wie kritisch ihr Flug im "Starliner"-Raumschiff wirklich war.

Die wegen technischer Probleme auf der Internationalen Raumstation ISS gestrandeten US-Astronauten Butch Wilmore und Suni Williams haben sich erstmals seit ihrer Rückkehr zur Erde vor Journalisten über ihre Erfahrungen während des Flugs mit der defekten Boeing-Kapsel "Starliner" geäußert. In einem auffällig emotionalen Interview mit dem US-Magazin "Ars Technica" schilderten die beiden Raumfahrer, wie dramatisch die Situation zeitweise war.

Nach dem erfolgreichen Start des Raumschiffs versuchten die US-Astronauten demnach zu schlafen, um sich im Anschluss an den eintägigen Flug ausgeruht dem Annäherungsmanöver an die ISS widmen zu können. In den folgenden Stunden sei die Temperatur in der Kapsel aber auf unter 10 Grad gesunken, sodass die beiden Raumfahrer kaum ein Auge zumachen konnten.

"Ich hatte so ein Shirt an, ein Langarm-Shirt, und dachte nur 'O mein Gott, mir ist kalt'," erzählt Williams in dem Gespräch mit "Ars Technica". Daraufhin hätten beide Astronauten ihre Raumanzüge angezogen. Die niedrige Temperatur könne mit der vergleichsweise geringen von den beiden Raumfahrern produzierten Körperwärme zusammengehangen haben, schreibt das US-Magazin. "Starliner" sei nämlich für vier Personen entwickelt worden.

Triebwerksausfall machte die Kapsel manövrierunfähig

Beim weiteren Flug seien dann vier der 28 Triebwerke zur Lagesteuerung im All ausgefallen. Die Flugregeln würden bei einem solchen schwerwiegenden Systemausfall eigentlich eine Rückkehr zur Erde vorsehen, erzählen die beiden Astronauten. Sie hätten sich dennoch für ein riskantes Andockmanöver an die ISS entschieden, weil ihnen ein Rückflug nicht sicher genug erschienen sei.

"Es gab dort oben viel unausgesprochene Kommunikation", sagt Williams. Zum Beispiel: "Hey, wir befinden uns in einer sehr prekären Situation." Beide hätten in dem Moment das "überwältigende Gefühl" gehabt, "dass es wirklich schön wäre, an der Raumstation direkt vor uns anzudocken", so Williams weiter.

Erst als zwei der vier ausgefallenen Triebwerke nach Neustarts reaktiviert werden konnten, gelang Wilmore schließlich das manuelle Andocken an die Raumstation, wie er erzählt. Zeitweise habe sogar die Missionskontrolle in die Steuerung der Raumkapsel eingreifen müssen, um das Raumschiff während des riskanten Andockmanövers zu stabilisieren.

Die Zweifel an der Zuverlässigkeit des "Starliner"-Raumschiffs führten nach der Mission dann dazu, dass Wilmore und Williams statt acht Tagen fast zehn Monate auf der ISS blieben und erst vor wenigen Wochen mit einem anderen SpaceX-Raumfahrzeug zur Erde zurückkehrten.

Die Probleme begannen schon am Boden

"Starliner" hatte schon vor dem ersten Flug auf der Erde mit technischen Problemen zu kämpfen: Ein defektes Ventil und ein Heliumleck verzögerten den ursprünglich geplanten Start um mehrere Wochen. Ein weiterer Start wurde wegen einer defekten Stromversorgung kurzfristig abgebrochen. Erst der dritte Startversuch war schließlich erfolgreich.

Trotz der Probleme würden Wilmore und Williams wieder mit einem Boeing-Raumschiff fliegen, sagten sie. "Wir werden dafür sorgen, dass es funktioniert", sagte Wilmore. Die Verantwortung für die Probleme, die bei diesem bemannten Jungfernflug aufgetreten seien, trügen alle, sagte er weiter.

Er wolle nun "nach vorn schauen". Ähnlich zuversichtlich äußerte sich Williams. Die Teams arbeiteten aktiv an den "wenigen Dingen, die noch korrigiert werden" müssten, sagte die Astronautin.

Verwendete Quellen
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