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Zum journalistischen Leitbild von t-online.Nagelsmann vor entscheidendem Spiel Das Ende für den Rivalen

Am Sonntag will Julian Nagelsmann das Final Four der Nations League erreichen. Doch mit welcher Startelf soll das gelingen?
Aus Dortmund berichtet Benjamin Zurmühl
In diesen Tagen findet Bundestrainer Julian Nagelsmann für viele Dinge eine Lösung. Das Fehlen von Florian Wirtz und Kai Havertz war der deutschen Nationalmannschaft, zumindest in der zweiten Hälfte, gegen Italien kaum anzumerken. Es ging etwas mehr über die Außen und Joshua Kimmichs Qualitäten mit Hereingaben aus dem Halbfeld wurden genutzt.
Als Linksverteidiger David Raum in der ersten Hälfte Probleme hatte, veränderte Nagelsmann in der Pause die Struktur und stellte Innenverteidiger Nico Schlotterbeck auf die linke Defensivseite. Deutschland war daraufhin defensiv stabiler.
Nur für seinen Drucker daheim findet er – bisher zumindest – keine Lösung. Auf die Frage eines Reporters, ob er für das Ziel WM-Titel 2026 mit Visualisierungen arbeite, antwortete Nagelsmann: "Ich male so schlecht, das ist das Problem. Ich müsste es mir dann ausdrucken und mein Drucker funktioniert auch nicht immer, das nervt auch ein bisschen zu Hause."
Ein paar Änderungen – "aber nicht zu viele"
Seiner Vorstellungskraft stehen die technischen Probleme im Heimbüro aber nicht im Weg. Und so fiel es dem deutschen Bundestrainer auch nicht schwer, sich eine Startelf für das Rückspiel gegen Italien im Viertelfinale der Nations League auszudenken. Verraten wollte er sie aber am Samstag auf der Pressekonferenz nicht. "Wir werden bestimmt auch die ein oder andere Veränderung in der Startelf haben. Aber auch nicht zu viele", gab sich Nagelsmann geheimnisvoll.
Oliver Baumann wird im Tor stehen, Joshua Kimmich die Mannschaft als Kapitän auf den Platz führen. Und auch, dass Leistungsträger wie Antonio Rüdiger und Jamal Musiala beginnen, sollte klar sein. Zudem verriet der Bundestrainer, dass Leon Goretzka auch wieder beginnen darf. Neben wem? Das ließ er offen. Pascal Groß hat gute Chancen, aber auch Stuttgarts Angelo Stiller wäre eine Option.
Ebenfalls wahrscheinlich ist eine Änderung im Sturm. Jonathan Burkardt fehlte am Samstag krank im Training, sein Einsatz steht auf der Kippe. Da er im ersten Durchgang gegen Italien Probleme hatte und nur wenig erfolgreiche Anspiele bekam, wäre die Alternative Tim Kleindienst, Torschütze des 1:1-Ausgleichs, die realistischere Lösung. Als weitere Option stünde Deniz Undav zur Verfügung.
Nadiem Amiri, der bei seinem Comeback nach mehr als vier Jahren gleich in die Startelf gerückt war, blieb in Mailand auch verhältnismäßig blass. In der Vergangenheit hatte Nagelsmann immer wieder mal Lokalmatadoren den Vorzug gegeben. BVB-Flügelspieler Karim Adeyemi könnte also die Chance auf dem Flügel bekommen.
Italien "muss etwas Unmögliches leisten"
Auf jeden Fall muss Italiens Cheftrainer Luciano Spalletti etwas verändern. Innenverteidiger Riccardo Calafiori musste mit einer Knieverletzung abreisen. Nach Mittelstürmer Mateo Retegui der nächste prominente Ausfall. "Wir müssen etwas Unmögliches leisten", erklärte Spalletti am Samstag, stellte aber auch klar: "Wir wollen das Spiel gewinnen."
Neben Spalletti nahm Alessandro Buongiorno auf der Pressekonferenz Italiens in Dortmund Platz. Damit beantwortete Italiens Nationaltrainer auch die Frage, wer den verletzten Calafiori ersetzen werde. Der 1,90 Meter große Abwehrmann wird in der Dreierkette der "Squadra Azzurra" den zentralen Platz einnehmen, Alessandro Bastoni dafür eins nach links rücken, wo Calafiori gespielt hatte.
Klar ist: Die Italiener müssen bei Standards und generell in der Luft genauer aufpassen. Beide Tore gegen Deutschland kassierten sie per Kopf, ließen zudem weitere Chancen zu. Buongiorno forderte deshalb: "Die Standardsituationen müssen wir besser verteidigen." Wenn ihnen das gelingt, wird zumindest das Unmögliche etwas möglicher.
Julian Nagelsmann wird dann andere Lösungen finden müssen oder hat diese schon parat. Zumindest dann, wenn er sie nicht ausdrucken muss.
Die möglichen Aufstellungen
Deutschland: Baumann – Schlotterbeck (Raum), Rüdiger, Tah, Kimmich – Groß (Stiller), Goretzka – Adeyemi (Amiri), Musiala, Sané – Kleindienst
Italien: Donnarumma – Bastoni, Buongiorno, Di Lorenzo – Udogie, Ricci (Rovella), Barella, Tonali, Politano (Bellanova) – Maldini (Raspadori), Kean
Die Partie können Sie ab 20:45 Uhr im Liveticker bei t-online verfolgen.
- Eigene Beobachtungen
- Eigene Teilnahme an der Pressekonferenz des DFB
- Material der Nachrichtenagenturen SID, dpa