Forderung von Experten Rückkehr zu Kita-Beiträgen? Das plant Niedersachsen

Kostenlose Kita-Plätze in Niedersachsen stehen auf dem Prüfstand. Wegen steigender Kosten fordert der Städte- und Gemeindebund eine Rückkehr zu Kita-Beiträgen.
In Niedersachsen könnten kostenlose Kita-Plätze bald Geschichte sein. Der Städte- und Gemeindebund fordert angesichts steigender Kosten eine Wiedereinführung von Kita-Beiträgen. Im Haushalt 2025 klaffe laut dem Verband eine Lücke von 400 Millionen Euro, berichtet die "Hannoversche Allgemeine Zeitung".
Marco Trips, Chef des Niedersächsischen Städte- und Gemeindebundes (NSGB), betonte die Notwendigkeit von Entlastungen für die Kommunen. Eine sozial gestaffelte Beitragsregelung könnte seiner Meinung nach eine Lösung sein.
Kita-Beiträge in Niedersachsen? Das plant die Regierung
Seit August 2018 sind Kitas in Niedersachsen beitragsfrei. Laut Kultusministerium hat seitdem die Zahl der betreuten Kinder zugenommen. "Hier geht es um Bildungsgerechtigkeit und Chancengleichheit", erklärte ein Sprecher. Die Landesregierung plant keine Änderung dieser Regelung, so die Staatskanzlei.
Steffen Krach, Regionspräsident von Hannover, warnte davor, "die finanziellen Herausforderungen auf dem Rücken der Kinder auszutragen". Er unterstrich die Bedeutung der Beitragsfreiheit für Bildungschancen unabhängig vom Einkommen der Eltern.
Kritik kam auch von CDU-Fraktionschef Sebastian Lechner, der unzureichende Finanzhilfen des Landes bemängelte. Kultusministerin Julia Willie Hamburg (Grüne) sagte hingegen, dass das Land derzeit 59 Prozent der Personalkosten übernehme und eine Erhöhung prüfe. Der NSGB spricht jedoch nur von einer Förderung in Höhe von 42 Prozent.
Landkreise sprechen von Finanzkrise – und fordern Hilfe
Auch mehrere südöstliche Landkreise forderten am Donnerstag mehr Unterstützung und sprachen von einer Finanzkrise. Bereits im Dezember hatten kreisfreie Städte im Oldenburger Land vor ähnlichen Problemen gewarnt.
Trips wies darauf hin, dass hohe Ausgaben im sozialen Bereich die Hauptursache für die finanzielle Schieflage seien. Einnahmen stellten derzeit kein Problem dar. Er forderte zudem eine Integrationsoffensive statt einer Begrenzung der Zuwanderung.
- Nachrichtenagentur dpa
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