Sparmaßnahmen vorgestellt RBB will Teletext einstellen

Der RBB will 22 Millionen Euro einsparen. Dazu hat er seiner Belegschaft jetzt rund 150 Maßnahmen vorgestellt. Die Mitarbeiter sollen dazu Stellung beziehen können.
Die Millioneneinsparungen beim Rundfunk Berlin-Brandenburg nehmen Gestalt an. Der Sender hat seiner Belegschaft am Freitag nach eigenen Angaben rund 150 Vorschläge für Sparmaßnahmen vorgestellt. Dazu gehört unter anderem die Einstellung des Teletexts in der bisherigen Form.
Änderungen am Programm seien "nicht vollständig vermeidbar", heißt es in einer Pressemitteilung des Senders. So sollen etwa die Nachrichtenredaktionen aller Radioprogramme in eine Zentralredaktion zusammengeführt werden. Der Kinder-Podcast "Ohrenbär" soll eingestellt werden. Außerdem soll die Sendung "Der Tag" zukünftig auch samstags gesendet werden und den Sendeplatz des "Heimatjournals" übernehmen, das damit entfallen würde. Der RBB-Teletext solle "neueren, zukunftsweisenden Text-Technologien" weichen.
254 Stellen sollen abgebaut werden
Der RBB hatte im Januar angekündigt, im kommenden Jahr 22 Millionen Euro einsparen zu wollen. Davon müssen 9 Millionen Euro eingespart werden, um die Zahlungsfähigkeit sicherzustellen. Der Rest der Einsparungen soll für die digitale Transformation des Senders genutzt werden. Im Januar sprach der Sender bereits davon, dass 254 Vollzeitstellen in der Belegschaft abgebaut werden sollen, um auch Personalkosten zu sparen. In der aktuellen Mitteilung heißt es, dass man betriebsbedingte Kündigungen möglichst vermeiden wolle. Es solle Programme zu Vorruheständen oder der einvernehmlichen Aufhebung von Arbeitsverhältnissen geben.
RBB-Intendantin Ulrike Demmer wird in der Mitteilung mit den Worten zitiert, dass ein "nachhaltiger Umbau" des Senders sowohl "unausweichlich" als auch "schmerzhaft" sei. Man werde aber "so programmschonend wie möglich sparen", so Demmer. Zu den jetzt vorgeschlagenen Sparmaßnahmen sollen die Beschäftigten des Senders ab kommender Woche schriftlich Stellung beziehen können. Die Rückmeldungen sollen dann in Workshops reflektiert werden. Außerdem seien ab Ende Mai Gespräche mit den Mitarbeitendenvertretungen und den Gewerkschaften geplant.
Massive Kritik von Verdi
Die Gewerkschaft Verdi kritisiert die aktuellen Sparvorschläge scharf. Dem RBB-Publikum werde "Hören und Sehen vergehen", heißt es in einer Pressemitteilung.
Marika Kavouras, die Sprecherin des Verdi-Senderverbandes im RBB, sagte, dass man viele der geplanten Maßnahmen für unsinnig halte, weil sie dem Sender massiv schadeten und nur noch ein Gerippe übrigbleibe.
- rbb-online.de: Pressemitteilung des RBB vom 4. April 2025
- rbb24.de: "RBB plant umfassende Sparmaßnahmen"
- Pressemitteilung der Gewerkschaft Verdi vom 4. April 2025