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Aachen: Missio gesteht Vertuschung im Fall pädophilen Priesters


Katholisches Hilfswerk
Pfarrer vergewaltigte – Missio räumt Vertuschung ein

Von t-online
26.03.2025Lesedauer: 2 Min.
Der Aachener Dom (Archivbild): Das katholische Hilfswerk Missio Aachen hat Fehler eingeräumt.Vergrößern des Bildes
Der Aachener Dom (Archivbild): Das katholische Hilfswerk Missio Aachen hat Fehler eingeräumt. (Quelle: IMAGO/imago-images-bilder)
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Missio Aachen hat einen Bericht zu Pfarrer Meurer veröffentlicht, der Mädchen vergewaltigt hat. Das Hilfswerk gesteht: Es war Teil eines Systems der Vertuschung in der Kirche.

Das katholische Hilfswerk Missio Aachen hat in einem aktuellen Abschlussbericht schwerwiegende Fehler im Umgang mit dem pädophilen Priester Leonhard Meurer (Priester des Bistums Aachen) eingeräumt. Laut der von der Kölner Rechtsanwältin Dr. Bettina Janssen durchgeführten unabhängigen Untersuchung wussten die damaligen Verantwortlichen bei Missio spätestens seit 1978 von Meurers Missbrauchstaten an minderjährigen Mädchen, entschieden sich aber dennoch für eine punktuelle Zusammenarbeit (von 1978 bis 1988) mit ihm.

"Man war damals somit Teil eines kirchlichen Systems des absichtlichen Wegschauens und der Vertuschung", heißt es in der Pressemitteilung des Hilfswerks. Besonders schwer wiege, dass Missio Aachen dem Priester eine Reise nach Westafrika finanzierte und ihn als Redner bei Missionssonntagen einsetzte. "Denn man nahm hier die Gefahr möglicher weiterer Missbrauchstaten durch Meurer in Kauf", erklärt das Hilfswerk und fügt hinzu: "Diese damals getroffenen Entscheidungen waren falsch. Missio Aachen bedauert dies zutiefst."

Meurer hat zwischen 1948 und 1987 Mädchen vergewaltigt

Der 1991 verstorbene Meurer hatte laut Untersuchungsbericht von 1948 (oder früher) bis 1987 mehrfach minderjährige Mädchen sexuell missbraucht. Die Taten ereigneten sich unter anderem während seiner Tätigkeiten als Kaplan in Anrath und Eschweiler sowie als Pfarrer in Düren-Rölsdorf. Für seine Verbrechen wurde Meurer nie zur Rechenschaft gezogen.

Ein weiterer Kritikpunkt betrifft den Umgang mit der sogenannten "Sammlung Africana" – einer umfangreichen Sammlung von Artefakten, die Missio von Meurer übernommen hatte und die teilweise bis April 2023 ausgestellt war. Das Hilfswerk räumt ein, dass der Umgang mit diesen Artefakten "aufgrund unzureichender personeller und finanzieller Ressourcen, mangelnder Fachkompetenz und Nachlässigkeit nicht angemessen" war.

Missio reagierte nicht angemessen auf die Aussagen Betroffener

Auch auf Beschwerden von Betroffenen reagierte die Organisation offenbar unzureichend. Als 2011 eine Frau, die als Kind von Meurer vergewaltigt worden war, entsetzt auf die Ausstellung mit seinem Namen hinwies, sei man mit ihren Hinweisen "in Teilen inadäquat und nicht sorgsam genug umgegangen".

Missio Aachen hat angekündigt, die Empfehlungen aus dem Abschlussbericht umzusetzen und den Weg der Aufarbeitung fortzusetzen. Zum Stand der Umsetzung will das Hilfswerk voraussichtlich im Frühjahr 2026 informieren.

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