Millionenschaden im Schwarzwald Bekanntes Drei-Sterne-Restaurant brennt nieder

In der Nacht ist ein Feuer im bekannten Restaurant des Hotels "Traube Tonbach" im Schwarzwald ausgebrochen. Als die Feuerwehr eintraf, schlugen bereits Flammen aus dem Gebäude.
Beim Brand des Drei-Sterne-Restaurants "Schwarzwaldstube" in Baiersbronn im Schwarzwald ist Polizeiangaben zufolge ein Schaden im siebenstelligen Bereich entstanden. Der 230 Jahre alte Stammbau des Hotels "Traube Tonbach" stehe in Vollbrand, sagte ein Sprecher der Polizei in der Nacht zum Sonntag. "Es wird wohl komplett herunterbrennen." Am Morgen sagte ein Sprecher der Feuerwehr, das renommierte Restaurant sei komplett zerstört worden. Verletzt wurde niemand.
Spitzenklasse in Gourmet-Bewertung
Die "Schwarzwaldstube" vom "Hotel Traube Tonbach" gehört zu einer exklusiven Gruppe von Restaurants in Deutschland. Küchenchef ist Torsten Michel. Er ist in der Deutschlandausgabe 2020 im Restaurantführer "Gault&Millau" mit 19,5 von 20 Punkten ausgezeichnet worden und gehört mit dieser Punktzahl deutschlandweit zur Spitzengruppe der Küchenchefs. Der "Gault&Millau" zählt mit dem "Guide Michelin" zu den bekanntesten Gourmet-Führern weltweit.
Über viele Jahre hinweg setzte Harald Wohlfahrt im Restaurant "Schwarzwaldstube" Maßstäbe und bildete dort zahlreiche spätere Sterneköche aus, ehe er im Sommer 2017 nach Streitigkeiten seinen Abschied nehmen musste. Seinem Nachfolger Torsten Michel gelang 2017 der nahtlose Übergang mit drei Sternen, die das Restaurant seit 1992 ununterbrochen führt.
Inhaber: "Unfassbar und ein großes Unglück"
Noch immer sei der Brand nicht unter Kontrolle, sagte der Feuerwehrsprecher am Morgen. Laut den Angaben hatte in der Nacht gegen 3.20 Uhr ein Brandmelder im Küchenbereich angeschlagen. Beim Eintreffen der Feuerwehr, die mit rund 150 Kameraden im Einsatz war, seien bereits offene Flammen zu sehen gewesen. Die Einsatzkräfte konnten den Holzbau nicht mehr betreten. Erst gegen 11.30 Uhr konnten alle offenen Flammen gelöscht werden. Wegen verbliebener Glutnester war die Feuerwehr zunächst aber weiterhin im Einsatz.
In diesem Gebäude des Hotels sind keine Menschen untergebracht, wie der Polizeisprecher sagte. Da der Rauch auch ins Haupthaus des Hotels gezogen sei, hätten 63 Gäste dieses zunächst verlassen müssen. Erste Informationen, wonach ein Gast wegen Atemwegsproblem von einem Notarzt versorgt werden musste, bestätigten sich später nicht. Die Brandursache war zunächst unbekannt.
"Im Moment ist es unfassbar und ein großes Unglück, doch wir werden es als Chance betrachten", teilte die Inhaberfamilie auf der Facebook-Seite des Hotels mit. "Während der Löscheinsatz noch andauert, sind wir überglücklich, dass weder Gäste noch Mitarbeiter zu Schaden gekommen sind." Küchenchef Torsten Michel sagte, dass gerade alle sehr aufgewühlt seien. "Doch so tragisch der ideelle und materielle Verlust durch das Feuer sind – am Ende ist es nur ein Gebäude."
- Nachrichtenagentur dpa