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Putins Schattenflotte: Neue Hinweise auf GPS-Störungen in der Ostsee


GPS-Sabotage in der Ostsee
Putins Schattenflotte gerät erneut unter Verdacht

Von t-online, FIN

04.03.2025Lesedauer: 2 Min.
Wladimir Putin: Der russische Präsident schickt Tausende Schrotttanker durch die Weltmeere.Vergrößern des Bildes
Wladimir Putin: Der russische Präsident nutzt offenbar seine Öltanker zur hybriden Kriegsführung gegen den Westen. (Quelle: IMAGO / SNA, Getty Images / SHansche/imago-images-bilder)
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Immer wieder fallen Navigationssysteme von Schiffen und Flugzeugen im Ostseeraum aus. Wissenschaftler haben die Störungen monatelang untersucht – und äußern einen beunruhigenden Verdacht.

Seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine haben mutmaßliche hybride Angriffe Russlands auf die Infrastruktur westlicher Verbündeter zugenommen. Besonders im Ostseeraum werden solche Vorfälle nahezu täglich registriert. Im Fokus stehen dabei häufig Navigationssysteme, insbesondere bei Flugzeugen und Schiffen in der Region.

Um dieses risikoreiche Phänomen genauer zu untersuchen, hat ein Team aus Wissenschaftlern des polnischen Softwareunternehmens GPSPatron sowie Experten der Seefahrts-Universität Gdynia über einen Zeitraum von sechs Monaten ein Gebiet in der Ostsee rund 120 Kilometer östlich von Kaliningrad überwacht. Ziel war es, die Quelle der Navigationsstörungen zu identifizieren.

Ein Verdacht erhärtet sich

Die Ergebnisse der Studie offenbaren eine ausgeklügelte Strategie zur gezielten Beeinträchtigung von GPS-Signalen in der Region. Frühere Annahmen gingen davon aus, dass eine stationäre Störquelle in Kaliningrad für die Beeinträchtigungen verantwortlich sei. Doch die Analyse zeigt ein anderes Bild: Offenbar stammen die Störungen nicht von einer festen Quelle, sondern von mehreren Störsendern, die an durchfahrenden Schiffen angebracht sind.

Dieser beunruhigende Verdacht richtet sich damit erneut auf Putins sogenannte "Schattenflotte" – eine Flotte, die nicht nur russisches Öl transportiert, um westliche Sanktionen zu umgehen, sondern möglicherweise auch aktiv in die hybride Kriegsführung des Kremls eingebunden ist.

Mobile Störquellen auf See

Während der sechsmonatigen Untersuchungszeit wurden insgesamt 84 Stunden an Navigationsstörungen festgestellt. Die stärkste Aktivität wurde im Oktober verzeichnet, als sechs größere Störvorfälle über eine Gesamtdauer von 29 Stunden registriert wurden. Dies deutet auf ein verstärktes Störmuster hin. Die Wissenschaftler verglichen daraufhin ihre Aufzeichnungen mit den Bewegungsmustern von Schiffen in der Region und kamen zu dem Schluss, dass es sich um mobile, sich auf dem Wasser bewegende Störquellen handeln muss. Zwar nennt die Studie keine russischen Schiffe explizit als Verursacher, die Interpretation der Ergebnisse lässt einen anderen Verdacht jedoch kaum zu.

Störungen von Navigationssystemen können für den Schiffs- und Hafenbetrieb in der Ostsee schwerwiegende Folgen haben. Navigationsfehler oder kurzfristige Ausfälle können dazu führen, dass Schiffe vom Kurs abkommen und im schlimmsten Fall mit anderen Schiffen oder Hindernissen kollidieren. Auch automatisierte Abläufe im Hafenbetrieb, wie das Andocken oder das Be- und Entladen von Frachten, können durch solche Störungen erheblich beeinträchtigt werden, was zu höheren Kosten und Sicherheitsrisiken führt.

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