FRANKFURT (dpa-AFX) - Bei den Aktien der Porsche AG müssen Anleger am Montagmorgen neben dem Zollkonflikt der USA auch einen geplanten Vorstandsumbau verarbeiten. Um etwa 5 Prozent sackte der Kurs im frühen Xetra-Handel ab und damit ähnlich stark wie die Kurse von Volkswagen, BMW und Mercedes-Benz.
Die VW-Tochter will mit Finanzvorstand Lutz Meschke und Vertriebsvorstand Detlev von Platen gleich zwei Spitzenmanager loswerden. Aufsichtsratschef Wolfgang Porsche sei beauftragt worden, Gespräche mit den zwei Vorständen über ein einvernehmliches vorzeitiges Ausscheiden aus dem Vorstand zu führen, teilte der Sportwagenbauer mit.
"Solche außergewöhnlichen Schritte sind ein klares, wenn auch spätes Eingeständnis der gegenwärtigen Funktionsstörungen bei Porsche", kommentierte Stephen Reitman von Bernstein Research. Beide würden wohl für die eher triste wirtschaftliche, finanzielle und kursmäßige Entwicklung seit dem Frühjahr 2023 verantwortlich gemacht. Veränderungen könnten daher ein Schritt zur Wiederherstellung des Anlegervertrauens sein, ergänzte er. Es bleibe aber abzuwarten, welche Maßnahmen Porsche-Chef Oliver Blume mit einem neuen Team dann tatsächlich ergreift.
"Unter normalen Umständen ist ein Finanzchef-Wechsel kurz vor der Zahlenvorlage besorgniserregend", schrieb Experte Patrick Hummel von der UBS am Montag. In diesem Falle wäre aber sogar eine positive Reaktion der Anleger denkbar, wenn da nicht die US-Zollsituation wäre, die marktbreit die Kurse schwer belastete.
Hummel wies darauf hin, dass die Porsche AG selbst nicht direkt davon betroffen sei, dass Trump weitreichende Zölle auf Waren aus Mexiko verhängte. Für Porsche wäre es laut Hummel eher schlimm, sollte Trump auch noch Zölle auf Produkte aus der Europäischen Union verhängen./tih/mis/jha/
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