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Nintendo Switch 2: Preis trübt neue Konsolen-Highlights


Überraschende Funktionen
Neue Nintendo-Konsole im Test – das ist ihr großer Haken


Aktualisiert am 04.04.2025 - 17:14 UhrLesedauer: 4 Min.
Nintendos neue Konsole und Nachfolgerin der Switch heißt einfach nur Switch 2.Vergrößern des Bildes
Nintendos neue Konsole und Nachfolgerin der Switch heißt einfach nur Switch 2. (Quelle: Nintendo)
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Nintendo stellt seine Konsole Switch 2 vor: größeres Display, mehr Steuerungsoptionen und ein erneuertes Spielsortiment. t-online konnte das Gerät Probe spielen.

Mit einem einstündigen Video hat Nintendo seine neue Spielkonsole Switch 2 vorgestellt. Diese wird in Deutschland am 5. Juni zum Preis von 470 Euro auf den Markt kommen. t-online konnte die Konsole auf einem exklusiven Medienevent in Paris bereits ausprobieren.

Größer, besser, teurer

Die Switch 2 fällt etwas größer aus als ihre Vorgängerin, das Display ist von 6,2 auf 7,9 Zoll gewachsen – bleibt aber in etwa gleich dünn. Damit gewinnt die neue Konsole auch nur leicht an Gewicht, wodurch sich die Größenveränderung vor allem beim mobilen Spielen nicht nachteilig auswirkt.

Haptisch hinterlässt das Gerät einen wertigeren Eindruck als das Vorgängermodell. Das Material wirkt griffiger und nicht ganz so billig wie noch bei der Einführung der ersten Switch. Doch das sollte man von einer Konsole dieser Preisklasse vielleicht auch erwarten können. 470 Euro sind für Nintendos Hauptzielgruppe – Familien und Kinder – eine ziemliche Ansage.

Überhaupt steht die Preispolitik des Herstellers nach der gestrigen Ankündigung im Mittelpunkt der Diskussion, denn auch bei den Spielen selbst erhöht Nintendo die Preise. Physische Varianten sollen 90 Euro kosten, für digitale Versionen von neuen Spielen will Nintendo fortan 80 Euro haben. Bislang kosteten neue Titel für die Switch zwischen 50 Euro und 70 Euro.

Noch ist nicht ganz klar, wie viel Geld Nintendo für Upgrades älterer Titel haben möchte. Einige davon wird es als optionale "Switch 2 Edition" geben, wodurch das Spiel mit grafischen Verbesserungen, neuen Spielfunktionen oder zusätzlichen Spielmodi aufgewertet wird. Diese sind dann nur auf der neuen Konsole verfügbar.

Viele Spieler werden sich wohl aber die Frage stellen, warum sie überhaupt noch einmal Geld für ein Spiel ausgeben sollen, das sie schon einmal bezahlt haben – zumal nicht alle Switch-Titel mit der neuen Konsole kompatibel sind. Die vollständige Liste finden Sie hier.

Auf die Maus gekommen

Zurück zur Hardware, bei der Nintendo mit einigen Neuerungen aufwartet. Besonders interessant ist bei der Switch 2, dass sich die abtrennbaren Gamepads – Joy-Cons genannt – jetzt auch als Maus verwenden lassen. Während im Vorfeld nicht ganz klar war, wofür der Hersteller diese Funktion einsetzen möchte, gab es nun praktisches Anschauungsmaterial. Im Actionspiel "Metroid Prime 4" lässt sich die Steuerung analog zu einem PC-Shooter einsetzen, was tatsächlich sehr intuitiv funktioniert.

Auch in "Mario Party: Jamboree", das durch ein kostenpflichtiges Upgrade für die Switch 2 fit gemacht wird, zeigt sich die Mausfunktion von ihrer guten Seite: Hier kommt das Feature in verschiedenen Minispielen zum Einsatz. Ähnlich wie beim Spielhallenklassiker "Air Hockey" schiebt man etwa eine Scheibe über das Spielfeld und versucht so, Tore zu erzielen.

Beim neuen Spiel mit dem sperrigen Titel "DragxDrive" schlüpfen Spieler in die Rolle mechanischer Basketball-Rollstuhlfahrer und bewegen sich gleich mit zwei Joy-Con-Mäusen über das Spielfeld – die 3-gegen-3-Partien sind lustig und motorisch herausfordernd zugleich.

Fraglich bleibt jedoch, ob sich diese Funktion tatsächlich durchsetzt. Denn klassischerweise dürften nicht viele Spieler mit einer Switch-Konsole am Tisch sitzen, auch wenn es technisch passabel funktioniert, die Joy-Con-Maus stattdessen auf dem Oberschenkel als Unterlage einzusetzen.

Eine weitere Neuerung ist der eingebaute Sprachchat, den Nutzer um eine kostenpflichtige Zusatzkamera erweitern können. Nintendo verspricht sich davon geselligere und sozialere Spielerunden, was bei Mehrspielertiteln Erfolg versprechend sein könnte. Auch die Funktion Gameshare, bei der man ein einmal gekauftes Spiel für gemeinsame Spieleabenteuer temporär mit bis zu drei Mitspielern teilen kann, verfolgt denselben Gedanken. Die Funktion konnten wir aber nicht ausprobieren.

Reicht Nintendo-Anhängern ein neues "Mario Kart"?

Obwohl für die nächsten Monate mehr als 50 Spiele verschiedener Hersteller für die neue Konsole erscheinen sollen – darunter allerdings nur wenige Neuerscheinungen – war der wahre Spielestar des Tages bei der Nintendo-Präsentation eindeutig "Mario Kart World".

Die Mario-Kart-Rennspielserie gehört zu den beliebtesten und erfolgreichsten Nintendo-Spielen überhaupt, und Fans warten seit acht Jahren auf eine Fortsetzung. Der Verkaufsstart der Switch 2 wird von dem Rennspiel begleitet, bleibt aber auf absehbare Zeit das einzige große Highlight. Wer auf neue Ausgaben von "Super Mario" oder "Animal Crossing" gehofft hat, wird sich noch länger gedulden müssen.

"Mario Kart World" baut spielerisch auf seinen Vorgängern auf, bietet also spannende und familientaugliche Rennen auf bunten Pisten. Anstatt aber einfach nur das Spielprinzip der früheren Serienableger zu kopieren, erweitert Nintendo die vormals sehr linear ablaufende Spielstruktur.

Jetzt gibt es nicht nur lapidar hintereinander ablaufende Rennereignisse, sondern eine Vielzahl von Rennmodi, die in einer offenen Spielwelt teilweise nahtlos ineinander übergehen. Springt man in aktuellen Mario-Kart-Titeln nach jeder Rennserie per Menü von einer Veranstaltung zur nächsten, braust man hier mit dem gesamten Teilnehmerfeld querfeldein zum nächsten Rennen.

Auf Wunsch erkundet der Spieler allein oder mit Freunden die Umgebung und erfreut sich daran, die Fantasywelt kennenzulernen. Es macht einfach unheimlich viel Spaß, mit den bis zu 24 Teilnehmern (früher zwölf Spieler) an dieser verrückten Renngaudi teilzuhaben.

Trotz des vergrößerten Teilnehmerfeldes, mehr Effekten und einer opulenteren Welt zeigte die Switch 2 bei diesem und den anderen vorgestellten Spielen übrigens grafisch keine nennenswerten Schwächen und konnte mit durchweg flüssigem Bildaufbau überzeugen. Allerdings handelte es sich um spezielle Vorführversionen, die nicht unbedingt Rückschlüsse auf die fertigen Produkte zulassen.

Unverständnis herrscht unter Fans und Experten schließlich bei einem Titel namens "Welcome Tour". Ähnlich wie es Sony beim Start der Playstation 5 mit "Astrobot" machte, soll dieses Spiel die Funktionen und Stärken der Switch 2 spielerisch demonstrieren. Anders als Sony will Nintendo für diesen seichten Titel jedoch Geld haben.

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Fazit

Mit den happigen Preisen für Hardware und Software der Switch 2 betritt Familienliebling Nintendo neues Terrain und lenkt die Diskussion wohl auch ungewollt von den eigentlichen Themen der Konsolenvorstellung ab. Spannende und innovative Features wie die Mausfunktion oder das umfangreiche Spieleportfolio mit "Mario Kart World" als Highlight geraten dabei leider ein wenig aus dem Blickfeld.

Es wird spannend sein zu sehen, ob Nintendo den Diskurs bei der Switch 2 umkehren kann – oder ob sich die Aufregung als heiße Internetblase entpuppt, die den Verkäufen nicht schadet.

Verwendete Quellen
  • Eigener Test
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