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Frankfurt: Bahnhofsviertel-Ikone Max Coga zum Sieben-Punkte-Plan


Vorsichtiger Optimismus
Bahnhofsviertel-Urgestein äußert sich zum Sieben-Punkte-Plan


02.04.2025 - 15:52 UhrLesedauer: 2 Min.
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Max Coga (Archivfoto): Er ist seit seiner Kindheit mit dem Bahnhofsviertel verbunden. (Quelle: IMAGO/Torsten Helmke)
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Max Coga blickt mit vorsichtigem Optimismus auf die Pläne der hessischen Landesregierung für das Frankfurter Bahnhofsviertel. Einen Punkt sieht er jedoch kritisch.

Der 35-jährige Frankfurter Max Coga blickt nicht nur auf eine langjährige und erfolgreiche Karriere als professioneller MMA-Kämpfer zurück, eine besonders komplexe Kampfsportart, die Elemente aus dem Judo, dem Kickboxen oder auch dem Brazilian Jiu-Jitsu vereint. Hinter ihm liegen nämlich auch prägende Jahre im Frankfurter Bahnhofsviertel – dem schwarzen Schaf der Mainmetropole. Dort, inmitten der Elbestraße, betreibt er den Nachtclub Pik Dame, den sein Großvater bereits 1959 als Kabarett-Theater ins Leben rief.

Coga ist in den vier Wänden des Etablissements aufgewachsen und wohnt noch heute in einer Wohnung im obersten Stockwerk über dem Club. Er selbst beschäftigt sich intensiv mit dem Geschehen im Viertel. Auf den Sieben-Punkte-Plan der hessischen Landesregierung für ein lebenswerteres Bahnhofsviertel blickt er mit vorsichtigem Optimismus.

Mit dem Plan will Hessen etwa die Polizeikontrollen verstärken, KI-gestützte Videoüberwachung einsetzen oder auch Hilfsangebote für Suchtkranke aus dem Viertel verlagern. Bereits in den vergangenen Monaten hat es laut Max Coga Fortschritte im Bahnhofsviertel gegeben.

Seinem Eindruck nach sei dadurch eine gewisse Kriminalität bereits zurückgegangen. Auch die verstärkte Polizeipräsenz scheint seiner Wahrnehmung nach mehr Sicherheit zu bringen.

Coga: "Ich weiß nicht, ob das wirklich fruchtet"

Kritisch betrachtet er die geplante Verlagerung von Hilfsangeboten für Suchtkranke aus dem Bahnhofsviertel. "Es ist schon lange Thema, dass man Suchtkranke aus dem Bahnhofsviertel abziehen will. Aber ich weiß nicht, ob das wirklich fruchtet", sagt der 35-Jährige. Das Bahnhofsviertel sei Dreh- und Angelpunkt für die gesamte Drogenszene – die Infrastruktur für den Konsum sei dort aufgebaut. "Wenn man die Hilfsangebote einfach umlagert, löst das nicht das Problem."

Er selbst habe keine großen Schwierigkeiten mit den Suchtkranken im Viertel: "Ich kenne viele von ihnen seit Jahren und komme gut mit ihnen aus." Natürlich gebe es emotionale Ausbrüche, die schwierig sein können, aber im Großen und Ganzen wisse er als Anwohner damit umzugehen, so Coga.

"Vielleicht müsste man die Hilfseinrichtungen umstrukturieren"

Problematischer als die Abhängigen seien aus seiner Sicht die Strukturen im Hintergrund – die Dealer und die kriminellen Netzwerke. "Vielleicht müsste man eher die Hilfseinrichtungen umstrukturieren oder sogar darüber nachdenken, den sogenannten Ameisenhandel zu legalisieren, um den Straßenhandel einzudämmen", sagt Coga. Mit dem Begriff "Ameisenhandel" meint Coga das Handeln mit Drogen in kleinen Mengen in den jeweiligen Hilfseinrichtungen.

Abseits der Drogenthematik habe das Bahnhofsviertel für den 35-jährigen Profisportler und Club-Betreiber einiges zu bieten. Er selbst wünscht sich für den Stadtteil, die bereits vorhandene offene Kommunikation zwischen Behörden, Anwohnern und Gewerbetreibenden noch weiter auszubauen.

Für die Zukunft hofft er, dass die Maßnahmen der Landesregierung weiter greifen und das Bahnhofsviertel nicht nur auf seine Probleme reduziert wird. Für ihn gebe es viele gute Sachen, die bereits umgesetzt worden sind oder werden – etwa Sonderaktionen, genehmigte Projekte oder Fördergelder für jene, die sich für ein lebenswerteres Bahnhofsviertel engagieren wollen.

Verwendete Quellen
  • Gespräch mit Max Coga
  • Recherche der Redaktion
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