Fraport untersucht Herabfallender Eisklotz reißt Loch in Dach: Herkunft bleibt rätselhaft
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Ein Eisklotz aus großer Höhe durchbricht das Dach eines Wohnhauses in Ober-Mörlen. Das Eis kommt wahrscheinlich von einem Flugzeug.
Ein großes Loch im Dach eines Mehrfamilienhauses in Ober-Mörlen (Wetterau) hat ein Eisklotz hinterlassen. Dieser ist im wahrsten Sinne des Wortes vom Himmel gefallen. Mit einem lauten Knall sorgte der Himmelssturz für Aufschrecken in der Nachbarschaft. Die Wetterauer Zeitung berichtete zuerst.
Eine Nachbarin des Wohnhauses habe den Knall direkt gehört und den riesigen Eisklotz bemerkt. Anschließend habe sie die Eisbrocken aufgesammelt und eingefroren, um der Sache auf den Grund zu gehen, wie die Hessenschau schreibt. Es wird vermutet, dass der Klotz von einem Flugzeug fiel, Ober-Mörlen liegt nämlich in der Einflugschneise des Frankfurter Flughafens.
Fraport untersucht das Eis im Labor
Auf Anfrage von t-online teilt ein Sprecher von Fraport mit, dass ein Mitarbeiter vor Ort gewesen sei und Teile des Eises für anschließende Laborproben gesichert hat. Über die Herkunft des Eisbrockens könnten aktuell keine gesicherten Aussagen getroffen werden – der Fall werde jedoch untersucht. Mit den betroffenen Personen würde man im direkten Austausch stehen.
Laut dem Luftfahrt-Bundesamt ist ein solcher Eisansatz an einem Flugzeug eine "normale Erscheinungsform", wenn es bei niedrigen Temperaturen zwischen null und minus sechs Grad Celsius durch Wolken oder Niederschlagsgebiete fliegt. Durch technische Einrichtungen wird dieser aber im Normalfall abgetaut – die Bruchstücke gehen anschließend sehr klein, ähnlich wie Hagel- oder Schneefall, zu Boden. Häufig tauen sie sogar beim Herabfallen schon auf.
Solche Schäden entstehen "äußerst selten"
Dass ein Anschlussventil irgendwann jedoch einmal nicht völlig dicht ist oder schlecht verschlossen wurde, sei jedoch nicht auszuschließen. Von Zeit zu Zeit würden dann kleine Tropfen austreten, im Flug gefrieren, sich durch weitere Tropfen vergrößern und dann am Flugzeug festhaften, wenn ihr Eigengewicht nicht zu groß ist. Wenn diese Eisbrocken vom Flugzeug in großer Höhe abfallen, schmelzen sie üblicherweise bevor sie den Erdboden erreichen.
Wenn ein Flugzeug in die tieferen und wärmeren Luftschichten kommt – etwa beim Landeanflug auf einen Flughafen – verlieren diese Eisklumpen ihre Haftung an der Außenhaut des Flugzeuges und fallen ab. Entsprechend entstehen Schäden wie der in Ober-Mörlen nur in solchen Gebieten – und das "äußerst selten", wie es vonseiten des Luftfahrt-Bundesamts heißt.
- hessenschau.de: "Eisblock kracht in Hausdach in Ober-Mörlen" vom 25.02.2025
- E-Mail-Verkehr mit Fraport
- Informationen vom Luftfahrt-Bundesamt