Jetzt muss der Stadtrat entscheiden "Oben-ohne-Baden" bald auch in Dresdner Bädern?
Dresdner Stadtratsfraktion reicht Antrag nach Berliner Vorbild ein: Frauen sollen auch ohne Bikini-Oberteil in Hallen- und Freibädern schwimmen dürfen.
Seit diesem Monat dürfen Frauen in Berliner Schwimmbädern "oben ohne" baden: Nach einer Diskriminierungsbeschwerde haben die Berliner Bäder-Betriebe ihre Haus- und Badeordnung angepasst. Während in Dresden weiterhin ausschließlich Bikini, Badeanzug oder Burkini als Badebekleidung für Frauen zugelassen sind, fordert die Dissidenten-Stadtratsfraktion Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) auf, nachzuziehen.
In ihrem Antrag fordern sie, die Geschäftsordnung der kommunalen Tochtergesellschaft dahingehend zu ändern, dass alle Besuchende die Badeanstalten nutzen können, "ohne ihren Oberkörper oder Teile dessen bedecken zu müssen."
"Von Männern verlangt auch niemand, ihren Bart zu bedecken"
Damit reichen die vier Männer aus der Stadtratsfraktion – die sich aus Mitgliedern der Grünen, der Piraten und der Satirepartei Die Partei zusammensetzt – einen Antrag der Vorsitzenden der Piratenpartei, Anne Herpertz ein: "Jede Person sollte hier Wahlfreiheit haben. Es entspricht einem rückständigen Gesellschaftsbild, wenn Brüste von Frauen sexualisiert werden und deshalb bedeckt sein müssen", begründet die Dresdnerin ihren Vorstoß.
"Der weibliche Busen gilt als sekundäres Geschlechtsmerkmal. Bartwuchs bei Männern allerdings auch – und niemand würde auf die Idee kommen, von Männern zu verlangen, ihre Bärte zu bedecken", so Herpertz weiter. Die "oben ohne"-Regelung ist keine Berliner Kuriosität mehr: In Hannover dürfen Frauen bereits seit vergangenem Jahr ohne Bikini-Oberteil schwimmen, auch in Köln gilt diese Regelung ab April in insgesamt 13 Bädern.
- Antrag der Dissidenten-Fraktion - eingegangen per Mail
- Telefonat mit Anne Herpertz
- dresdner-baeder.de: Baderegeln