"Die Katzen leiden ihr Leben lang" Rätselhaftes Phänomen im Tierheim – Pfleger haben Verdacht

Die Mitarbeiter des Tierheims in Bremen sind stutzig: Warum landen immer wieder Katzen einer bestimmten Rasse in der Einrichtung? Eine traurige Vermutung steht im Raum.
Im Tierheim an der Hemmstraße in Bremen sind in den vergangenen Wochen immer wieder Fundkatzen gelandet. Sie alle haben eine Gemeinsamkeit: Bei den Tieren handelt es sich um die Rasse Scottish Fold.
Genau genommen seien es unkastrierte Kater, teilt das Tierheim bei Instagram mit. Langsam werde man stutzig, so die Mitarbeiter, und äußern einen Verdacht.
OCD-Gen sorgt für rassetypische Faltohren
Scottish Fold seien Qualzuchten, die beim Tierarzt schnell teuer werden können. "Denn alle Katzen dieser Rasse sind krank", so die Tierpfleger. Einer der Fundkater leidet so schwer an Osteochondrodysplasie (OCD), dass er sein Leben lang Schmerzmittel nehmen muss.
Das OCD-Gen sorgt bei der Rasse Scottish Fold für die typischen Faltohren und kann zu schweren Knorpel- und Knochenschäden führen. "Die Katzen leiden ihr Leben lang darunter und das nur, damit sie niedlich aussehen", so die Tierpfleger.
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Scottish Fold: Katzen werden oft nur wenige Jahre alt
Wer sich für eine Katze dieser Rasse entscheidet, sollte sie aus dem Tierschutz holen und nicht bei einem Züchter. Außerdem sollten sich zukünftige Besitzer auf hohe Tierarztrechnungen einstellen, betont das Tierheim.
Auch die Tierschutzorganisation Peta kritisiert die Zucht von Scottish Fold. "Viele der Katzen, die unter OCD leiden, werden nicht älter als zwei bis vier Jahre, bevor sie von ihrem Leid erlöst werden müssen, da die Schmerzen nicht mehr zumutbar sind", teilt Peta mit.
- peta.de: Scottish Fold: Darum sind Schottische Faltohrkatzen Qualzuchten
- instagram.com: Beitrag von @tierheimbremen