Bundestagswahl in Berlin Tempelhof-Schöneberg: CDU-Kandidat will neue Auszählung

Der Grünen-Kandidat Moritz Heuberger erhielt am Sonntag 61 Erststimmen mehr als Jan-Marco Luczak von der CDU. Nun fielen Luczak Unstimmigkeiten bei einzelnen Wahllokalen auf.
Wegen möglicher Unstimmigkeiten im Berliner Wahlkreis Tempelhof-Schönberg hat der dortige CDU-Kandidat Jan-Marco Luczak eine erneute Auszählung beantragt. Luczak landete bei der Bundestagswahl in dem Wahlkreis sehr knapp mit nur 61 Stimmen Rückstand auf dem zweiten Platz hinter dem Grünen-Kandidaten, zieht aber sicher über die Liste erneut in den Bundestag ein.
Grundsätzlich wolle er aber angesichts von Auffälligkeiten Gewissheit über das korrekte Ergebnis, teilte er mit. In zwei Urnenwahllokalen und einem Briefwahllokal gebe es Ergebnisse, die auf Zählfehler hindeuten könnten, lautete seine Einschätzung. Der "Tagesspiegel" und der RBB hatten berichtet.
Stapel von Stimmzetteln vertauscht?
Luczak und seine Mitarbeiter erklärten zu den Auszählungen, in einem Wahllokal habe der FDP-Kandidat auffällig viel mehr Erststimmen bekommen als im Rest des Wahlkreises, zugleich habe er dort viel weniger Stimmen erhalten. Möglicherweise seien dort beim Zählen Stapel vertauscht worden.
In einem Briefwahllokal habe Luczak viel weniger Stimmen bekommen als im entsprechenden Urnenwahllokal. Und zudem habe es die Mitteilung eines Beobachters gegeben, dass er in einem weiteren Wahllokal eine falsche Auszählung einiger Stimmzettel gesehen habe.
Neuauszählung des gesamten Wahlkreises beantragt
Luczak beantragte sowohl eine neue Auszählung der drei genannten Wahllokale als auch des gesamten Wahlkreises. "Für die Mandatsverteilung im Deutschen Bundestag ist entscheidend, wer den Wahlkreis Tempelhof-Schöneberg gewinnt", sagte er. Sollte Luczak den Wahlkreis gewinnen, würde der bisherige Gewinner Moritz Heuberger von den Grünen seinen Platz verlieren. Dafür würde die Grünen-Kandidatin Nina Stahr über die Liste einziehen.
In dem Wahlkreis wurden bereits am Dienstag drei Wahllokale neu ausgezählt, weil es dort jeweils einen Unterschied von einer Stimme bei den gültigen und ungültigen Erst- und gültigen und ungültigen Zweistimmen gab. Die kleinen Unstimmigkeiten wurden behoben, am Ergebnis ändert das nichts. Bei der Bundestagswahl kam Heuberger von den Grünen auf 24,7 Prozent der Erststimmen, Luczak erreichte 24,6 Prozent.
- Nachrichtenagentur dpa