Petition gegen mögliche Erhebung RWTH: Mehr Studiengebühren für ausländische Studenten?
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An der RWTH Aachen regt sich Widerstand gegen geplante Studiengebühren für Nicht-EU-Studierende. Das steckt hinter dem Vorhaben.
Die RWTH Aachen sieht sich aktuell mit Widerstand aus der eigenen Gemeinschaft konfrontiert. Eine von Studierenden initiierte Petition wendet sich gegen die Einführung von Studiengebühren für internationale Studierende aus Nicht-EU-Staaten. Die Initiatoren schreiben in ihrer Petition, dass eine solche Regelung an der RWTH soziale Ungleichheit verschärfen und den Zugang zu Bildung weiter vom finanziellen Hintergrund abhängig machen würde.
Thorsten Karbach, Dezernent der RWTH Aachen, sagt auf Anfrage von t-online, dass die Hochschule sich klar gegen allgemeine Studiengebühren positioniere und zum steuerfinanzierten Bildungssystem in Deutschland stehe.
Position der RWTH Aachen: Keine allgemeinen Studiengebühren
Die Hochschule befinde sich jedoch aktuell im konstruktiven Austausch mit dem Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW über eine mögliche Erweiterung der Regelungen im Landeshochschulgesetz. Im Fokus stehe eine sogenannte Experimentierklausel, die eine Erhebung von Beiträgen von Nicht-EU-Studierenden in bestimmten Fällen ermöglichen könnte. Dabei gehe es jedoch nicht um die gesetzliche Verankerung eines generellen Beitragsmodells, sondern um die Prüfung möglicher Reformmodelle.
Es sei derzeit allerdings noch zu früh, um abschließende Aussagen zur konkreten Umsetzung und Ausgestaltung zu treffen. Karbach verweist darauf, dass die RWTH noch im Dialog mit dem Ministerium stehe und zu gegebener Zeit detailliertere Informationen bereitstellen werde.
Karbach sagt aber auch, dass sich die Anzahl der internationalen Studierenden an der RWTH in den letzten zehn Jahren verdoppelt hat. Ein großer Teil dieser Studierenden stamme aus Nicht-EU-Staaten, deren Integration häufig zusätzliche Ressourcen erfordere, die das bestehende System nicht immer hergebe.
Petition listet Argumente gegen finanzielle Belastungen auf
Die Petition weist darauf hin, dass ausländische Studierende bereits hohen finanziellen Belastungen ausgesetzt sei. Neben hohen Lebenshaltungskosten müssten sie für ihr Visum einen festgelegten Betrag auf einem Sperrkonto hinterlegen. Zusätzliche finanzielle Belastungen könnten laut Petition dazu führen, dass sich weniger internationale Talente für ein Studium an der RWTH Aachen entscheiden.
Zudem würde eine zusätzliche finanzielle Belastung die Position der RWTH als international renommierten Studienstandort schwächen. Der Verfasser der Petition argumentiert, dass eine solche Maßnahme nicht nur unsozial, sondern auch wirtschaftlich und wissenschaftlich kurzsichtig sei.
Das sind die konkreten Forderungen an die Verantwortlichen
Die Petition richtet sich mit drei konkreten Forderungen an die politischen und akademischen Entscheidungsträger:
- RWTH-Rektor Prof. Dr. Ulrich Rüdiger soll sich öffentlich gegen Studiengebühren positionieren und alle entsprechenden Pläne aufgeben.
- Wissenschaftsministerin Ina Brandes wird aufgefordert, keine Experimentierklausel ins Hochschulgesetz NRW aufzunehmen, die Gebührenmodelle für einzelne Studiengänge ermöglicht.
- Der NRW-Landtag und die betroffenen Abgeordneten sollen keinem Gesetz zustimmen, das eine Erhebung von Studiengebühren für ausländische Studierende ermöglicht.
- Anfrage an Thorsten Karbach, Sprecher der RWTH
- weact.campact.de: Gegen die Einführung von Studiengebühren für ausländische Studierende in NRW!