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Indien: Mann belästigt indigenes Volk – Polizei greift durch


Isoliertes Volk in Indien belästigt
Mann reist auf einsame Insel – Festnahme

Von t-online, lp

03.04.2025 - 16:25 UhrLesedauer: 2 Min.
Sentinelesen in einem Boot: Ein Tourist kam dem isolierten Volk auf einer abgelegenen Insel zu nah.Vergrößern des Bildes
Sentinelesen in einem Boot (Archivbild): Ein Tourist kam dem isolierten Volk auf einer abgelegenen Insel zu nah. (Quelle: imageBROKER/dad fotos/imago-images-bilder)
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Die Sentinelesen leben fernab der Zivilisation und lehnen Kontakt zur Außenwelt strikt ab. Ein 24-Jähriger besuchte die abgelegene Insel trotzdem – mit fatalen Folgen.

Der US-Amerikaner Mykhailo Viktorovych Polyakov ist am Montag von der indischen Polizei festgenommen worden. Das berichten die "Daily Mail" und die indische Nachrichtenagentur PTI. Der Grund für die Festnahme: Polyakov soll ohne Genehmigung auf Sperrgebiet der Insel North Sentinel Island gereist sein. Sie gehört zur Inselgruppe der Andamanen in Indien. Auf der Insel lebt das isolierte Volk der Sentinelesen, das Kontakt mit anderen Menschen fundamental ablehnt.

Der 24-Jährige hatte am Samstagvormittag die nordöstliche Küste der Insel erreicht, schreibt die "Daily Mail". Zuerst hatte er von seinem Schlauchboot aus versucht, die Aufmerksamkeit der Bewohner zu erregen. Als er keine Reaktion bekam, ging er an Land und hinterließ eine Dose Limonade und eine Kokosnuss. Laut Polizei verstand Polyakov das als Opfergabe für das abgelegene Volk.

Als der Mann zurück auf dem Festland war, griff die Polizei zu. Polyakov wurde verhört, sein Equipment wurde sichergestellt. Dazu gehörte auch sein Schlauchboot. Seine Reise sei sorgfältig geplant gewesen, sagt die Polizei. Er habe die ganze Zeit GPS-Navigation verwendet. Bei Polyakov sei außerdem eine GoPro-Kamera gefunden worden.

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Isoliertes Volk gilt als besonders gefährdet – und feindselig

Wer sich dem isolierten Volk der Sentinelesen nähert, darf nicht mit Gastfreundschaft rechnen – im Gegenteil: Wer ihnen zu nahe kommt, muss im Zweifel mit dem Tod rechnen. Im November 2018 schossen die Sentinelesen mit Pfeilen auf den Amerikaner und Missionar John Allen Chau, als dieser sich der Insel näherte. Der Mann starb an seinen Verletzungen. Chau hatte versucht, die Sentinelesen von seinem christlichen Glauben zu überzeugen.

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Auch "Survival International" zeigt sich alarmiert. Die Bewegung vertritt die Rechte und Interessen indigener Völker. Es sei kaum zu glauben, dass jemand "so rücksichtslos und idiotisch" sein könne, heißt es in dem Statement. Es sei gut, dass der Amerikaner im jüngsten Fall festgenommen worden sei.

Indigene Völker seien durch Touristen extrem bedroht, auch weil sie gegen viele Krankheiten nicht immun seien. Ein Ausbruch der Grippe oder Masern könne indigene Völker "vollständig auslöschen", sagt "Survival International". Polyakov habe mit der Aktion nicht nur sein eigenes Leben gefährdet, sondern auch das des gesamten Sentinelesen-Stammes.

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