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Trump verhängt Rekord-Zölle: China am stärksten betroffen


Ein Land besonders hart betroffen
Dann treten Trumps Zölle in Kraft

Von afp
Aktualisiert am 03.04.2025 - 07:54 UhrLesedauer: 3 Min.
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Donald Trump verkündet sein neues Zollpaket. (Quelle: Andrew Leyden)
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Mit Zöllen will Donald Trump die USA als Wirtschaftsstandort wiederbeleben. Das neue Zollpaket ist das bisher umfangreichste seiner Art und könnte einigen Ländern teuer zu Buche stehen.

Der US-amerikanische Präsident Donald Trump hat seinen Drohungen Taten folgen lassen. Am gestrigen Mittwoch, den er selbst als "Befreiungstag" für die US-Wirtschaft bezeichnete, verkündete Trump ein neues Zollpaket. Dabei warf er selbst engen Handelspartnern vor, die USA bislang mit ihrer Zollpolitik "geplündert und vergewaltigt" zu haben. Über die Europäer sagte er erneut, sie würden die USA "über den Tisch ziehen". Nachfolgend die Einzelheiten der jüngsten Zollankündigungen.

Neue Zölle

Am 5. April tritt um 12.01 Uhr (Ortszeit, 6.01 Uhr MESZ) für Handelspartner weltweit ein "Mindestzoll" in Höhe von zehn Prozent in Kraft. Höhere Zölle für die nach Ansicht des Weißen Hauses "schlimmsten Übeltäter" sollen am 9. April um 12.01 Uhr (Ortszeit, 6.01 Uhr MESZ) in Kraft treten. Die höheren Zusatzzölle betreffen wichtige Handelspartner der USA, darunter auch enge Verbündete wie die Europäische Union. Importe aus der EU werden mit Aufschlägen von 20 Prozent belegt. Auch weitere wichtige Handelspartner sind betroffen: Indien wird mit Aufschlägen von 26 Prozent belegt, Südkorea mit 25 Prozent und Japan mit 24 Prozent.

Besonders hart dürften die neuen Zölle China treffen – das Land, mit dem die USA das größte Handelsdefizit haben. China muss mit neuen Aufschlägen von 34 Prozent rechnen. Diese Aufschläge gelten zusätzlich zu bereits erhobenen Zöllen: Seit dem 4. März gelten zusätzlich Zölle von 20 Prozent auf chinesische Importe in die USA. Der neue Zusatzzoll auf chinesische Importe beläuft sich damit auf insgesamt 54 Prozent.

Trump erklärte, dass die Höhe der vorgesehenen Zölle für die jeweiligen Länder ungefähr die Hälfte von dem seien, "was sie von uns verlangen und verlangt haben".

Ausnahmen

Einige Waren wie Kupfer, Arzneimittel, Halbleiter, Holz, Gold und "bestimmte Mineralien" werden nach Informationen des Weißen Hauses nicht von den am Mittwoch vorgestellten gegenseitigen Zöllen betroffen sein. Auch die wichtigen US-Partner Kanada und Mexiko sind US-Regierungsvertretern zufolge von den neuen Zöllen ausgenommen.

Trump hatte zuvor Zölle in Höhe von 25 Prozent auf Einfuhren aus beiden Ländern verhängt, diese Zölle gelten weiterhin.

Auch Kuba, Belarus, Nordkorea und Russland sind von Trumps neuen reziproken Zöllen nicht betroffen, da sie bereits mit Sanktionen belegt seien, die "jeden sinnvollen Handel ausschließen", erklärte das Weiße Haus.

Weitere Zölle

Am Donnerstag treten zudem neue Zölle in Höhe von 25 Prozent auf Autoimporte in Kraft. Zuvor hatte Trump bereits Zölle in Höhe von 25 Prozent auf Stahl- und Aluminiumimporte verhängt, die ab Freitag auch auf Bierkonserven und leere Aluminiumdosen ausgeweitet werden. Mitarbeiter des Weißen Hauses sagten am Mittwoch, dass Trump ähnliche Maßnahmen für Halbleiter, Arzneimittel und möglicherweise wichtige Mineralien in Betracht zieht.

Unabhängig davon kann seit dem 2. April ein drastischer Strafzoll in Höhe von 25 Prozent für Länder gelten, die Öl und Gas aus Venezuela beziehen. Diese Maßnahme könnte insbesondere China und Indien hart treffen, wohin das südamerikanische Land unter dem Druck von US-Sanktionen einen Teil seiner Exporte verlagert hatte. Trump hat einen ähnlichen Strafzoll für Käufer von russischem Erdöl angedroht für den Fall, dass es keine Einigung für ein Ende des Ukraine-Krieges gibt.

Chinesische Konzerne im Visier

In einer separaten Anordnung wies Trump am Mittwoch die Abschaffung der Zollbefreiung für kleinere Pakete aus China ab dem 2. Mai an. Von dieser Regelung profitierten vor allem die in China gegründeten Online-Plattformen Shein und Temu.

Auf Produkte, die im Rahmen des bisherigen "Schlupflochs" für Einfuhren aus China in die USA versandt werden, wird nun ein Zollsatz von entweder 30 Prozent ihres Wertes oder 25 Dollar pro Artikel erhoben. Nach dem 1. Juni ist eine Erhöhung des Betrag auf 50 Dollar pro Artikel vorgesehen.

Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagentur AFP
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