MEXIKO-STADT (dpa-AFX) - Angesichts des Zollstreits mit den USA sucht Mexiko nach Wegen, um die Folgen für deutsche Autobauer in dem lateinamerikanischen Land zu minimieren. Laut Präsidentin Claudia Sheinbaum sind Volkswagen, BMW und Mercedes-Benz bereit, ihre Produktion anzupassen, um die Ursprungsregeln des nordamerikanischen Freihandelsabkommens USMCA einzuhalten. Mexiko wolle mit Washington weiter über eine Präferenzbehandlung für Autoimporte im Rahmen des Abkommens verhandeln.
"Das erste, was deutsche Unternehmen tun sollten, und sie sind dazu bereit, ist, dass sie alle über USMCA exportieren", sagte Sheinbaum auf einer Pressekonferenz. Das Abkommen hatte Importe von Zöllen befreit, wenn der Wertschöpfungsanteil in Nordamerika bei mindestens 75 Prozent liegt. Trump verhängte aber trotzdem Zölle von 25 Prozent auf Autoimporte, für Autoteile gilt unter USMCA zunächst eine Sonderregelung.
Beim USMCA handelt es sich um ein Freihandelsabkommen, das die USA, Mexiko und Kanada während Trumps erster Amtszeit (2017 bis 2021) unterzeichnet hatten. Die USA sind der wichtigste Auslandsmarkt für die in Mexiko ansässigen Automobilhersteller.
Neueste US-Zölle treffen Mexiko nicht
Von der jüngsten Zollrunde, die US-Präsident Donald Trump ankündigte, bleibt Mexiko zwar verschont. Allerdings hatte Trump bereits zuvor die Regeln für Einfuhren aus Mexiko und Kanada teilweise verschärft. Er begründete dies damit, dass beide Länder nicht genug gegen den Drogenhandel und die irreguläre Migration unternehmen.
Auf Waren, die nicht unter USMCA fallen, werden nun Zölle von 25 Prozent erhoben. Diese machen etwa die Hälfte aller Ausfuhren aus Mexiko in die USA aus. Mexiko ist auch von den zuvor von Trump angekündigten Zöllen auf Stahl und Aluminium betroffen. Dort wie auch bei den Zöllen auf Autoimporte strebe die mexikanische Regierung weiterhin eine Verhandlungslösung an, sagte Sheinbaum. Nächste Woche werde Wirtschaftsminister Marcelo Ebrard für weitere Gespräche in die USA reisen./aso/DP/nas
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