NEW YORK (dpa-AFX) - Mit Blick auf eine mögliche Übernahme des Verpackungsherstellers Gerresheimer schrumpft Kreisen zufolge die Zahl möglicher Bieter immer weiter. Die Beteiligungsgesellschaft KKR habe das mit dem Branchenkollegen Warburg Pincus gebildete Konsortium verlassen, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Donnerstag nach Börsenschluss unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Mitte März hatte die Agentur berichtet, dass andere Interessenten aus dem Rennen um den Anbieter von Pharma- und Kosmetikverpackungen ausgestiegen seien. Der Gerresheimer-Aktienkurs ging am Freitag auf Talfahrt.
Damit wäre nur noch Warburg Pincus als Übernahmeinteressent übrig. Dieser arbeite weiter an dem möglichen Geschäft, berichtete Bloomberg. Die Überlegungen dauerten an und es gebe keine Sicherheit, dass es zu einer Transaktion komme. KKR und Warburg Pincus hätten sich zu der Angelegenheit nicht äußern wollen, Gerresheimer sei zunächst nicht zu erreichen gewesen.
"Grundsätzlich wird mit diesem Rückzug eine Übernahme von Gerresheimer zu einem attraktiven Preis - die wir als Grund für die Aufnahme in unsere Topliste gesehen hatten - weniger wahrscheinlich", schrieb Analyst Sven Kürten von der DZ Bank in einer ersten Reaktion. Daher strich er Gerresheimer am Freitag aus der "DZ Bank Equity Long Ideas".
Die Gerresheimer-Aktien verloren am Freitagvormittag fast 14 Prozent an Wert und notierten mit 55,50 Euro so tief wie seit Oktober 2022 nicht mehr. Zum Vergleich: Bevor Bloomberg Anfang Februar erstmals über Gespräche zwischen Gerresheimer und Kaufinteressenten berichtet und der MDax-Konzern dies anschließend bestätigt hatte, hatten die Papiere noch um die 72 Euro gekostet. Anschließend waren sie bis auf 85 Euro gestiegen. Zuletzt war die Übernahmefantasie aber schon wieder entwichen: Der Kurs hatte am Donnerstag - in einem wegen des US-Zollkrieges schwachen Gesamtmarkt - mit gut 64 Euro geschlossen.
Spekulationen über Interesse von Finanzinvestoren hatte es in der Vergangenheit immer mal wieder gegeben. So wird eine Aufspaltung des Konzerns mit seinen durchaus unterschiedlichen Geschäftsbereichen als Möglichkeit gesehen, Werte zu steigern. Das Unternehmen produziert Glasprodukte wie Tiegel und Fläschchen für die Kosmetikindustrie, aber auch komplexe Spezialglas- und Kunststoffverpackungen sowie Systeme für die Verabreichung von Medikamenten.
Für Fantasie sorgt zudem die Neuaufstellung des Behälterglasgeschäfts im Zuge der gegen Ende 2024 abgeschlossenen Übernahme der italienischen Bormioli Pharma Gruppe. Hier läuft die Integration in den Gerresheimer-Konzern, der zudem die strategischen Optionen für den Geschäftsbereich prüft./mis/he/nas/men
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