FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Zollankündigungen von US-Präsident Donald Trump dürften am Donnerstag in den Kursen deutscher Aktien tiefe Spuren hinterlassen. Beim Dax zeichnen sich wegen der Konjunktursorgen, die mit dem Zollpaket einhergehen, größere Verluste ab. Die Indikation des Brokers IG lag zwei Stunden vor dem Xetra-Auftakt 1,9 Prozent tiefer bei 21.963 Punkten. Damit dürfte der Leitindex wieder unter die 22.000-Punkte und auf ein Tief seit Mitte Februar rutschen. Stattdessen werden sichere Häfen wie Gold und Staatsanleihen gekauft.
Wochenlang hatte US-Präsident Donald Trump mit einem umfassenden XXL-Zollpaket gedroht. Am Vorabend hat er nun seine Pläne präsentiert: Sie sind nicht nur komplex, sondern auch beispiellos in ihrem Umfang. An den US-Börsen werden ebenfalls deutliche Verluste erwartet: Der Dow Jones Industrial wird zwei Prozent tiefer taxiert und der Nasdaq 100 mehr als drei Prozent tiefer.
Die USA belegen ab Samstag Einfuhren aus allen Ländern pauschal mit Zöllen von zehn Prozent. Zudem kündigte die US-Regierung einen komplexen Mechanismus wechselseitiger Zölle an, der für viele Länder höhere Abgaben vorsieht. Für die Europäische Union heißt das, dass Exporte ihrer Mitgliedsländer in die Vereinigten Staaten ab kommender Woche mit einem Zoll von 20 Prozent belegt werden.
"Am US-Tag der Befreiung bleibt vom Freihandel nicht mehr viel übrig", kommentierte am Morgen der Marktbeobachter Thomas Altmann von QC Partners. Seiner Einschätzung nach wird dieses Vorgehen weltweit Wachstum kosten. Noch scheinen zwar Verhandlungen und Deals möglich. Ob, wie schnell und mit welchen Zugeständnissen diese aber gelten könnten, sei zum jetzigen Zeitpunkt vollkommen offen./tih/zb
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